<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" version="2.0"><channel><title><![CDATA[Hey Joe Design & Photography]]></title><description><![CDATA[This is Joe. Creative mind. Photographer. Storyteller. Designer. Concepter. Traveller. Creator. Blogger. Based in Germany and Portugal.  ]]></description><link>https://www.heyjoedesign.de/blog</link><generator>RSS for Node</generator><lastBuildDate>Tue, 13 Jun 2023 10:12:16 GMT</lastBuildDate><atom:link href="https://www.heyjoedesign.de/blog-feed.xml" rel="self" type="application/rss+xml"/><item><title><![CDATA[Camping-Glück an der Algarve]]></title><description><![CDATA[Alternative und naturnahe Campingplätze an der Algarve, Portugal,  die man nicht so einfach findet. Das Reisen und Leben im Van ist etwas...]]></description><link>https://www.heyjoedesign.de/post/camping-gl%C3%BCck-an-der-algarve</link><guid isPermaLink="false">6470965b1722af2a1a1ef5e0</guid><pubDate>Fri, 26 May 2023 13:14:58 GMT</pubDate><enclosure url="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_7d0b852934144dec92936905dfad53b3~mv2.jpg/v1/fit/w_1000,h_1000,al_c,q_80/file.png" length="0" type="image/png"/><dc:creator>Esther Jörgensen</dc:creator><content:encoded><![CDATA[<p>Alternative und naturnahe Campingplätze an der Algarve, Portugal,  die man nicht so einfach findet. </p>

<p>Das Reisen und Leben im Van ist etwas ganz Besonderes. Es ermöglicht einen einzigartigen Einklang mit der Natur und hilft dabei, sich selbst besser kennenzulernen und bei sich anzukommen. Es ist eine Reiseart, die belebt, herausfordert und gleichzeitig beruhigt. Zu dieser Lebensweise gehört auch das Freistehen, bei dem man immer wieder neue, unberührte Orte an der Küste oder inmitten von Wäldern entdecken kann. Es ist ein Gefühl der Freiheit, das man auf keine andere Weise erlebt.</p><figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_7d0b852934144dec92936905dfad53b3~mv2.jpg/v1/fit/w_1000,h_1000,al_c,q_80/file.png"  ></figure><p>Leider kann man diese Freiheit besonders im Süden Portugals heute nicht mehr so erleben. In den Corona-Jahren waren einfach zu viele Vans unterwegs, die sich teils nicht an die Regeln hielten. Die wichtigste Regel besagt beispielsweise, dass man einen Ort immer sauberer verlassen sollte, als man ihn vorgefunden hat. Die Missachtung der Natur und Einheimischen veranlasste Portugal dazu neue und strengere Vorschriften zu erlassen. Das Freistehen in Naturschutzgebieten ist nun nicht mehr geduldet und wird mit Strafen von bis zu 600 € geahndet.</p>

<p>Seitdem fühle ich mich persönlich im Süden von Portugal beim Freistehen nicht mehr so wohl. Es ist wohl eher ein Gefühl ein Straftäter auf vier Rädern zu sein. Doch gleichzeitig möchte ich weiterhin die Schönheit der Algarve mit meinem Van Albatross erleben, ohne zwischen den massiven Wohnmobilen unterzugehen. Daher habe ich mich auf die Suche nach naturnahen und besonderen Campingmöglichkeiten begeben, sie für euch getestet und meine Erfahrungen aufgeschrieben. </p>

<p><strong>Viel Spaß beim Lesen und hoffentlich auch beim selbst erfahren!</strong></p><hr><figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_4db03b0eedea48a69829e9677a7c8ee4~mv2.jpg/v1/fit/w_1000,h_1000,al_c,q_80/file.png"  ></figure><p><strong>Quinta do Sol Poente</strong></p>
<p><strong>Quinta do Sol Poente ist ein idyllischer, familiengeführter Hof, der sich mitten in der Natur befindet und nur wenige Minuten von der historischen Stadt Silves an der Algarve entfernt liegt. </strong></p>

<p>Bei meiner Ankunft wurde ich herzlich von Nuno empfangen und begleitet von Noah, dem Hund der Familie, zu meinem Stellplatz geführt. Von dort aus konnte ich einen malerischen Blick auf die umliegenden Berge der Algarve genießen und mich unter den schattenspendenden Bäumen niederlassen.</p>

<p>Die Farm ist ein kleines Naturparadies, das mit einer Vielfalt von Blumen, Pflanzen und Bäumen begeistert. Direkt neben meinem Stellplatz befand sich ein großer Naturpool, der täglich mit frischem Wasser aufgefüllt wird und für eine erfrischende Abkühlung sorgt. Die Ausstattung ist einfach, aber liebevoll gestaltet und umfasst eine kleine Abwaschstelle sowie eine Toilette und Dusche.</p>

<p>Auf Wunsch bereitet die Familie auch ein typisch portugiesisches Abendessen für ihre Gäste zu und serviert erfrischende Getränke. In einem kleinen umgebauten Camper bietet die Hausdame sogar entspannende Massagen an.</p>

<p>Ein großer Platz neben dem Naturpool wird extra freigehalten, damit alle Gäste die atemberaubende Aussicht auf die umliegenden Weinberge genießen können. Hier kann man auch an einer Feuerstelle ein Lagerfeuer machen oder in einer Hängematte zwischen den Bäumen entspannen, während die Sonne hinter den grünen Hügeln untergeht.</p>

<p>Die Atmosphäre hier ist sehr offen, locker und freundlich, und der Ort strahlt ein alternativ-hippieskes Flair aus. Quinta do Sol Poente ist der perfekte Ort, um dem Trubel zu entfliehen und mitten in der Natur zu entspannen - ein absolutes Muss für jeden Roadtrip an die Algarve.</p>

<p><strong>Bilder - zum Öffnen auf den Pfeil klicken:</strong> </p> <p><em><strong>Infos auf einen Blick: </strong></em></p><ul>
  <li>In der Nähe von Silves</li>
  <li>Weitläufiges Land und viel Natur</li>
  <li>Geführt von einer portugiesischen Familie</li>
  <li>4 Stellplätze mit jeweils sehr viel Platz</li>
  <li>Freilaufende Hunde</li>
  <li>Kein Strom </li>
  <li>Kein Wlan / guter Empfang mit portugiesischer SIM </li>
  <li>Dusche + WC vorhanden (unisex) </li>
  <li>Naturpool</li>
  <li>Keine Service-Möglichkeiten bis auf Wasser</li>
</ul><p>Kontakt: <a href="https://www.instagram.com/quintadosolpoente/" target="_blank" ><u>https://www.instagram.com/quintadosolpoente/</u></a> </p>
<figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_965488557a4540f09b7b97a4b851acfb~mv2.jpg/v1/fit/w_1000,h_1000,al_c,q_80/file.png"  ></figure><p><strong>Quinta do Odelouca - Camping Rual</strong></p>
<p><strong>Quinta de Odelouca ist ein idyllischer Campingplatz im Innenland der Algarve. Der liebevoll von Holländern geführte Hof liegt inmitten einer atemberaubenden Naturlandschaft, umgeben von einem malerischen Tal und den umliegenden Hügeln von São Marcos da Serra. </strong></p>

<p>Es ist der perfekte Ort für Ruhe und Erholung. Von der gepflegten Landschaftsgestaltung mit vielen Blumen und Bäumen bis hin zur freundlichen Atmosphäre, die von den Betreibern geschaffen wird, spürt man hier die Hingabe und Leidenschaft, die in diesen Ort investiert wurden. Die Anlage ist sehr modern, liebevoll gepflegt, sehr sauber und ordentlich und mit typisch portugiesischen Dekorationen bestückt. </p>

<p>Ruhe und Ordnung werden auf Quinta do Odelouca großgeschrieben. Hier kann man dem Alltagsstress entfliehen und die Stille genießen. Der Gesang der Vögel ist das Einzige, was man hier hört. Obwohl Wlan zur Verfügung steht, wird  darauf hingewiesen, dass Downloads und Streams vermieden werden sollten, um die Bandbreite für alle Gäste zu gewährleisten. Ein kleiner Nachteil ist der begrenzte Mobilfunkempfang auf dem Campingplatz. Doch wer hierher kommt, sucht ohnehin die Entschleunigung und die Nähe zur Natur, sodass dies kein großes Hindernis darstellt.</p>

<p>Es gibt einen großen sauberen Pool von dem aus man einen wundervollen Panoramablick in die unberührte Natur und auf die umliegende Landschaft hat. Einige Liegen laden zum Verweilen ein. Ein wahres Urlaubsgefühl und ein wahres Juwel unter den Campingplätzen. </p>

<p>Der nächstgelegene Strand befindet sich ungefähr 30 Kilometer entfernt in Albufeira. Die Anfahrt zum Campingplatz kann eine kleine Herausforderung darstellen. Für Besucher mit größeren Wohnmobilen wird empfohlen, den längeren Weg von Süden her zu nehmen. Es ist ratsam, sich vorab auf der Webseite des Campingplatzes über die genaue Anfahrtsroute zu informieren.</p>

<p><strong>Bilder - zum Öffnen auf den Pfeil klicken: </strong></p> <p><em><strong>Infos auf einen Blick: </strong></em></p><ul>
  <li>In der Nähe von São Marcos Da Serra</li>
  <li>Ca. 30 Kilometer von Albufeira (Küste) entfernt.</li>
  <li>Geführt von einem holländischen Paar</li>
  <li>Schöne moderne saubere Sanitäranlagen</li>
  <li>Allgemein sehr ordentlich, sauber und geordnet</li>
  <li>Entsorgung für Chemie und Bio Toilette</li>
  <li>Großer sauberer Pool mit Liegen</li>
  <li>Sehr schön angelegt, viele Blumen und Bäume</li>
  <li>Es wird sehr viel Wert auf Ruhe und Ordnung gelegt</li>
  <li>W-Lan nur begrenzt</li>
  <li>Kein guter Mobil-Empfang</li>
  <li>Mülltrennung </li>
</ul><p>Webseite: <a href="https://www.quintaodelouca.com/index.html" target="_blank" ><u>https://www.quintaodelouca.com/index.html</u></a> </p>
<figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_a1ec76928651457f812d59a3b97e9a54~mv2.jpg/v1/fit/w_1000,h_1000,al_c,q_80/file.png"  ></figure><p><strong>Salema Eco Camp
Das Salema Eco Camp ist ein Paradebeispiel für ein modernes und umweltbewusstes Campingkonzept. Schon beim Betreten des Camps spürt man die Hingabe, mit der dieser Ort gestaltet wurde. Jedes Detail ist durchdacht und mit Sorgfalt ausgewählt, um den Campern einen unvergesslichen Aufenthalt zu ermöglichen. Es ist ein Ort, an dem Nachhaltigkeit, Gemeinschaft und Naturliebe im Mittelpunkt stehen.</strong></p>

<p>Hier kann man den Alltag hinter sich lassen und in eine Welt eintauchen, in der Ruhe, Entspannung und Entdeckungen Hand in Hand gehen. Es gibt eine große freie Platzwahl auf einem weitläufigen Gelände mit vielen Hügeln. Hier kann man seinen perfekten Platz im Einklang mit der Natur finden und die Ruhe und Schönheit der Umgebung genießen. Das Salema Eco Camp ist sehr naturbelassen und achtet darauf, die Umwelt zu schützen. Es ist ein Ort, an dem man die Natur in ihrer ganzen Pracht erleben kann. </p>

<p>Ein besonderes Highlight des Camps ist der Co-Working-Space, der es Reisenden ermöglicht, Arbeit und Urlaub zu kombinieren. Hier kann man in inspirierender Umgebung kreativ sein und mit Gleichgesinnten seine Projekte vorantreiben.
</p>
<p>Neben der entspannten Camping-Atmosphäre bietet das Salema Eco Camp auch ein abwechslungsreiches Veranstaltungsprogramm. Von Yoga- und Meditationskursen bis hin zu Live-Musik und kulturellen Veranstaltungen ist für jeden etwas dabei. Das Camp zieht Menschen aller Altersklassen an und schafft eine Gemeinschaft, in der sich alle willkommen fühlen. Der hauseigene Restaurantbereich lädt zu kulinarischen Entdeckungen ein.  <strong>Extra Tipp:</strong> Bitte probiert die leckeren Kuchen! Wenn das Restaurant geschlossen hat besucht ein Food Truck das Camp. </p>

<p>Für alle anderen Belange und Gelüste gibt es außerdem einen kleinen Markt, auf dem nachhaltige und besondere Produkte, Nahrung, Wein und Kleidung angeboten werden. Hier können einzigartige Souvenirs erworben und lokale Handwerkskunst unterstützt werden.</p>

<p>Für aktive Urlauber bietet das Camp einen Fahrradverleih, um die Umgebung auf zwei Rädern zu erkunden. Außerdem kann man sich Surfbretter ausleihen und die Wellen der Algarve erobern. Nach einem aktiven Tag kann man sich dann mit einer wohltuenden Massage in einem Tiki-Zelt entspannen und neue Energie tanken.</p>

<p>Der wunderschöne Strand von Salema ist nur 20 Minuten zu Fuß vom Camp entfernt. Falls Sie die Entfernung lieber bequem überbrücken möchten, steht Ihnen ein Shuttleservice zur Verfügung.</p>

<p>Im Salema-Eco-Camp bleibt kein Wunsch offen. Von jung bis bald leben hier alle im Einklang mit der Natur und vergessen die Zeit. So kommt es, dass die meisten für ein, zwei Tage einchecken und nach zwei Wochen immer noch da sind. </p>

<p>Ein großes Plus gewinnt das Eco-Camp außerdem mit dem gefiltertem Wasser, das man sich überall auf dem Gelände abfüllen kann. Entgegen einiger Campingplätze, auf denen damit geworben wird, dass das Wasser zum Trinken geeignet ist, schmeckt es hier sogar. Gerade in der Hitze der Algarve-Sonne ist es wichtig immer eine Flasche Wasser bei sich zu haben. </p>
<p>
<strong>Bilder - zum Öffnen auf den Pfeil klicken:</strong></p> <p><strong><em>Infos auf einen Blick: </em></strong></p><ul>
  <li>In der Nähe von Salema</li>
  <li>Modern und naturnah</li>
  <li>Co-Working-Space</li>
  <li>Gutes W-Lan im Hauptbereich</li>
  <li>Restaurant mit lokalen Zutaten</li>
  <li>Vielfältiges Veranstaltungsprogramm</li>
  <li>Für alle Altersklassen geeignet</li>
  <li>Großes, naturbelassenes Gelände mit freier Platzwahl</li>
  <li>Umweltbewusstes Konzept</li>
  <li>Fahrrad- und Surfbrettverleih</li>
  <li>Massagen zur Entspannung</li>
  <li>Tägliche Gitarrenmusik im gesamten Camp</li>
  <li>Kleiner Markt mit nachhaltigen Produkten</li>
  <li>20 Minuten Fußweg zum Strand (Shuttleservice verfügbar)</li>
  <li>Alternative Übernachtungsmöglichkeiten wie Tiki-Zelte und Baumhäuser</li>
  <li>Aller Service-Möglichkeiten vorhanden</li>
</ul><p>Webseite: <a href="https://www.salemaecocamp.com/" target="_blank" ><u>https://www.salemaecocamp.com/</u></a> </p>

<figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_cc059f075f654160aadeaa7bb6f418a7~mv2.jpg/v1/fit/w_1000,h_1000,al_c,q_80/file.png"  ></figure><p><strong>Oasis Surf Camp</strong></p>
<p><strong>Im Oasis Surfcamp, einem charmanten Rückzugsort in der Nähe von Lagoa, erlebt man eine einzigartige Kombination aus Surfen, Yoga und entspanntem Camping. Das Camp wird von einer deutsch-portugiesischen Familie geführt und bietet ein herzliches und aufgeschlossenes Team, das immer bereit ist, mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Hier fühlt man sich sofort willkommen und familiär aufgenommen.</strong>
</p>
<p>Der Campingplatz selbst ist ein wahres Paradies, das wie eine grüne Oase inmitten der wunderschönen Natur wirkt. Ein besonderes Highlight ist der große Naturpool, der von einem Teich gespeist wird und sorgfältig gefiltertes Wasser bietet. Hier kann man auf bequemen Liegen unter Sonnenschirmen entspannen und den Alltag für einen Moment vergessen. Die Schönheit der grünen Pflanzenpracht und die Liebe zum Detail sind an jeder Ecke spürbar. Zudem gibt es zahlreiche Terrassen und Sitzmöglichkeiten sowie Unterhaltungsmöglichkeiten wie Billard und Kicker in einer gemütlichen Bar.</p>

<p>Für Tierliebhaber bietet das Oasis Surfcamp ein besonderes Erlebnis mit Ziegen, Hühnern und Pfauen. Hier kann man auch frei laufende Hunde und Katzen antreffen, die in harmonischer Verbindung mit der Natur leben.</p>
<p>Für all diejenigen, die auch im Urlaub aktiv bleiben möchten, steht ein Outdoor-Fitnessstudio zur Verfügung, in dem man sich sportlich betätigen kann. Dies ist eine perfekte Ergänzung zu den Surfkursen und Yoga-Stunden, die im Camp angeboten werden.</p>

<p>Auf Wunsch kann man im Oasis Surfcamp Frühstück und Abendessen genießen. Die Mahlzeiten werden mit frischen, hochwertigen Zutaten zubereitet und bieten eine vielfältige Auswahl an köstlichen Gerichten. Außerdem gibt es den ganzen Tag über Kaffee und kalte Getränke die man auf Vertrauensbasis im Gemeinschaftsraum für einen Taler erwerben kann</p>

<p>Wenn man die Umgebung erkunden möchte, hat man die Möglichkeit, einen VW Käfer oder ein Quad auszuleihen. Damit kann man die wunderschöne Küste der Algarve erkunden und versteckte Strände entdecken. Der nächstgelegene Strand, Carvoeiro, ist nur 15 Minuten entfernt und lädt zu erholsamen Tagen am Meer ein. </p>

<p>Das Oasis Surfcamp ist der ideale Ort, um dem stressigen Alltag zu entfliehen und die Schönheit der Algarve in vollen Zügen zu genießen. Hier kann man Surfen lernen, Yoga praktizieren, die Natur erkunden und einfach eine unvergessliche Zeit unter Gleichgesinnten verbringen.</p>

<p><strong>Bilder - zum Öffnen auf den Pfeil klicken:</strong></p> <p><strong><em>Infos auf einen Blick </em></strong></p><ul>
  <li>Oasis Surfcamp in der Nähe von Lagoa</li>
  <li>Geführt von einer deutsch-portugiesischen Familie</li>
  <li>Einzigartige Kombination aus Surfen, Yoga und entspanntem Camping</li>
  <li>Herzliches und aufgeschlossenes Team</li>
  <li>Grüne Oase inmitten der Natur</li>
  <li>Großer Naturpool gespeist von einem Teich</li>
  <li>Bequeme Liegen und Sonnenschirme</li>
  <li>Liebe zum Detail und schöne Pflanzenpracht</li>
  <li>Terrassen und Sitzmöglichkeiten, Billard und Kicker in der Bar</li>
  <li>Tierliebhaber: Ziegen, Hühner, Pfauen, frei laufende Hunde und Katzen</li>
  <li>Outdoor-Fitnessstudio</li>
  <li>Optionales Frühstück und Abendessen mit frischen Zutaten</li>
  <li>VW Käfer oder Quad zum Ausleihen</li>
  <li>15 Minuten zum Strand von Carvoeiro</li>
  <li>Wlan vorhanden</li>
  <li>Alle Service-Möglichkeiten vorhanden</li>
</ul><p>Kontakt: <a href="https://www.instagram.com/oasissurfcamps/" target="_blank" ><u>https://www.instagram.com/oasissurfcamps/</u></a> </p>
<figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_0cebd8c65baa4f048f388fcd31f1a693~mv2.jpg/v1/fit/w_1000,h_1000,al_c,q_80/file.png"  ></figure><p><strong>Algarve Motorhome Park Falésia</strong> </p>
<p>Der Algarve Motorhome Park Falésia ist ein Camping Stellplatz in der Nähe von Albufeira. Der Park ist einfach und sauber und bietet  eine praktische Option für Wohnmobilreisende an der Küste der Zentral-Algarve. Wer hier allerdings das gewisse Etwas oder Liebe im Detail sucht, wird enttäuscht. Die sanitären Anlagen sind begrenzt, aber es gibt fast überall Wasser, um den Bedürfnissen der Besucher gerecht zu werden. </p>

<p>Warum ist dieser Stellplatz mit in dieser Auflistung?</p>
<p>Das Highlight dieses Campingplatzes ist zweifellos seine Lage - nur 10 Minuten zu Fuss entfernt vom atemberaubenden Strand Falésia. Der weiße Sandstrand und das kristallklare Wasser an den roten Klippen machen ihn zu einem wahren Traumstrand. Für diese Erfahrung lohnt es sich, 1-2 Nächte im Algarve Motorhome Park Falésia zu verbringen und die Schönheit der Umgebung zu genießen.</p>

<p><strong>Bilder - zum Öffnen auf den Pfeil klicken:</strong></p> <p><strong><em>Infos auf einen Blick: </em></strong></p><ul>
  <li>In der Nähe von Albufeira</li>
  <li>Nur 10 Minuten zu Fuß zum Traumstrand</li>
  <li>Keine guten sanitären Anlagen</li>
  <li>Relativ unfreundlich</li>
  <li>Lohnt sich nur wegen der Strandnähe</li>
  <li>Aller Service-Möglichkeiten vorhanden</li>
</ul>
<p>Kontakt: <a href="https://www.instagram.com/algarvemotorhomepark/" target="_blank" ><u>https://www.instagram.com/algarvemotorhomepark/</u></a> </p>

<figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_e36aa34fe02840a5ac7c254351a3fecb~mv2.jpg/v1/fit/w_1000,h_1000,al_c,q_80/file.png"  ></figure><p>
<strong>Camping Fuseta</strong></p>
<p><strong>Fuseta, ein bezauberndes Küstendorf an der östlichen Algarve in der Nähe von Olhão, ist bekannt für seine wunderschönen, unberührten weißen Strände und seine entspannte Atmosphäre.</strong></p>

<p>Der Campingplatz in Fuseta unterscheidet sich von den grünen Oasen und ist eher ein klassischer Campingplatz, an dem man auch viele Dauercamper antrifft. Er bietet eine Vielzahl von Plätzen für Zelte, Wohnmobile und Wohnwagen, die in der Regel geräumig sind und ausreichend Platz für Campingausrüstung und Fahrzeuge bieten. Die sanitären Anlagen sind in Ordnung, aber nicht luxuriös. Es wird empfohlen, im Voraus eine Reservierung vorzunehmen, insbesondere während der Hochsaison, um sicherzustellen, dass ein Stellplatz auf dem Campingplatz in Fuseta verfügbar ist.</p>
<p>
Was diesen Ort besonders macht, ist das malerische Fischerdorf und die Vielfalt an Aktivitäten, die sich drum herum bieten. Mit einem Bootstaxi kann man zu den vorgelagerten, unberührten Inseln gelangen und einen Tag im Paradies verbringen. Wer sich sportlich betätigen möchte kann auch ein Kajak oder SUP ausleihen. </p>
<p>
Nach einem romantischen Spaziergang bei Sonnenuntergang besteht die Möglichkeit, eines der zahlreichen Fischrestaurants zu besuchen und den Abend in einer gemütlichen Bar ausklingen zu lassen. Ich empfehle sehr die regionalen gegrillten Fischspezialitäten zu probieren, da sie hier besonders köstlich und authentisch sind.</p>

<p>Fuseta bietet außerdem einen gute Ausgangslage um umliegende Strände und Städte an der Algarve zu erkunden. Die malerische Kleinstadt Olhão ist nur eine 10-minütige Autofahrt entfernt und bietet die Möglichkeit, regionale und kreative Küche zu genießen sowie eine Runde shoppen zu gehen. </p>
<p>
Obwohl dieser Campingplatz eher den traditionellen Camper-Vibes entspricht, ist es die einzigartige Umgebung, die Fuseta zu einem ganz besonderen Ort macht. Hier kann man die unvergleichliche Schönheit der Algarve in ihrer ganzen Pracht erleben und das wahre Portugal kennenlernen. Unsere Erfahrungen hier haben bleibende Erinnerungen geschaffen, und wir würden ohne zu zögern wiederkommen.</p>

<p><strong>Bilder - zum Öffnen auf den Pfeil klicken:</strong></p> <p><strong><em>Infos auf einen Blick: </em></strong></p><ul>
  <li>Fuseta: charmantes Küstendorf in der östlichen Algarve</li>
  <li>Bekannt für schöne, unberührte weiße Strände und entspannte Atmosphäre</li>
  <li>Campingplatz: einfach, mit verschiedenen Stellplätzen für Zelte, Wohnmobile und Wohnwagen</li>
  <li>Geräumige Stellplätze, ausreichend Platz für Campingausrüstung und Fahrzeuge</li>
  <li>Sanitäre Anlagen in Ordnung, aber nicht luxuriös</li>
  <li>Empfehlung: Reservierung im Voraus, besonders während der Hochsaison</li>
  <li>Bootstaxi zu den vorgelagerten, unberührten Inseln</li>
  <li>Möglichkeiten zum Entspannen und Erholen am Strand</li>
  <li>Auswahl an Fischrestaurants und Bars im Fischerdorf</li>
  <li>Klassische Camper-Atmosphäre mit besonderem Charme der Umgebung</li>
  <li>Aller Service-Möglichkeiten vorhanden</li>
</ul><p>Kontakt: <a href="https://www.roteiro-campista.pt/?s=&#38;category=5&#38;location=234&#38;dates=&#38;a=true" target="_blank" ><u>https://www.roteiro-campista.pt/?s=&category=5&location=234&dates=&a=true</u></a> </p>
<hr><p>Ich hoffe, euch hat der kleine Camper-Guide gefallen und ihr könnt Inspiration für euren eigenen Trip sammeln. Ich freue mich sehr über Kommentare oder weitere Tipps von alternativen Campingplätzen, die ich ausprobieren könnte. </p>

<p><strong>Und denkt immer dran: Ihr lebt in der Natur. Verlasst sie immer sauberer, als ihr sie vorgefunden habt. Hinterlasst nichts außer Fußspuren. Und hebt auch den Müll der anderen auf. Danke!</strong></p>


<p><strong>PIN IT !  - Du kannst diese Vorlagen auch für dein Pinterest Board benutzen. </strong></p><figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/undefined"></figure>
<figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/undefined"></figure>
<figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/undefined"></figure>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Wie ich in drei Jahren                                  mein ganzes Leben änderte. ]]></title><description><![CDATA[Ungeschönt, ehrlich und intim - Vom Burnout in ein freies und unabhängiges Leben. ]]></description><link>https://www.heyjoedesign.de/post/wie-ich-in-drei-jahren-mein-ganzes-leben-%C3%A4nderte</link><guid isPermaLink="false">6345b44f53fd183f6f078691</guid><category><![CDATA[Mental Health]]></category><category><![CDATA[Vanlife]]></category><pubDate>Thu, 13 Oct 2022 16:52:41 GMT</pubDate><enclosure url="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_e0ac8be05aff4959b211be6ec5103318~mv2.jpg/v1/fit/w_1000,h_1000,al_c,q_80/file.png" length="0" type="image/png"/><dc:creator>Esther Jörgensen</dc:creator><content:encoded><![CDATA[<h2><em>Ungeschönt, ehrlich und intim </em></h2>
<h2><strong>Vom Burnout in ein freies und unabhängiges Leben. </strong></h2><h3>2018 - Die Vorgeschichte</h3><p>Ich arbeitete Vollzeit in einer Werbeagentur in Hamburg. Stress und Überstunden lagen an der Tagesordnung. Aber wir waren ja „wie eine Familie“ und irgendwie hat man es mitgemacht und die Zeichen des Körpers und der Seele ignoriert. Ich begann im Sommer die Wochenenden in der Natur zu verbringen. Simpel mit Zelt, Lichterkette und Gaskocher. Hier kam ich runter. Hier war ich im Moment. Hier konnte ich Kraft tanken. Viel zu wenig für die Belastungen und Anforderungen im Alltag, der nur aus Arbeit bestand. Aber immerhin habe ich dort etwas anderes gespürt als Stress und Druck. </p><figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/undefined"></figure>
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<figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/undefined"></figure><p>Auf einem dieser Wochenend-Camping-Trips kam meiner Freundin und mir dann eine Idee. Wir wollten ein Abenteuer. Etwas erleben, das uns keiner zutraute. Unsere Grenzen testen. Und so meldeten wir uns im August 2018 für die Baltic Sea Circle Rallye 2019 an. Eine Autorallye um die Ostsee mit Stops auf den Lofoten, am Nordkap und in St. Petersburg. Alles mit einem Auto, das nicht mehr als 2.500€ kostete und mindestens 20 Jahre alt war. Das Fieber hatte uns kurzerhand gepackt und die Planung ging los. Logo, Instagram-Account, Webseite, Sponsoren. Auto! Nachdem unser im Winter 2018 gekaufter Jeep Cherokee kurz vor der Rallye den Geist aufgab, haben wir uns 6 Wochen vor der Rallye einen VW T4 Bus gekauft. Olivgrün, Holzverkleidung, sonst leer, verliebt, mitgenommen. In wenigen Wochen zum Rallyeauto umgebaut. Armadillo getauft. Warum Armadillo? Nichts weniger als das Vehicle, das die gesamte Menschheit in meinem Lieblingsfilm "Armageddon" gerettet hat: <a href="https://www.pinterest.de/pin/646970302694765096/" target="_blank" ><u>https://www.pinterest.de/pin/646970302694765096/</u></a> .</p>
<p>(Instagram Account <a href="https://www.instagram.com/nordfriesenmaedchen/?hl=en" target="_blank" ><u>Nordfriesenmädchen</u></a><u>)</u></p><figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/undefined"></figure>
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</p><h3>2019 - Was in der Zwischenzeit geschah</h3><p>Parallel zu den ganzen Vorbereitungen, die mir viel Spaß bereitet haben, hat meine mentale Gesundheit unter dem enormen Druck meiner Arbeit in der Agentur sehr gelitten. Schon im Dezember 2018 hatte ich erste Anzeichen. Ich war oft traurig, müde, antriebslos, voller Selbstzweifel. Freunde haben mich drauf hingewiesen mal etwas weniger zu arbeiten. Aber das war mir nicht möglich. Im Februar hat mich dann mein Immunsystem verlassen und ich lag nach einem einfachen ambulanten dermatologischem Eingriff mit einem entzündlichen Lymphödem im Gesicht für mehrere Tage im Krankenhaus. Durch einen Zugang für Antibiotika habe in dann eine Venenentzündung bekommen und stand kurz vor einer Blutvergiftung. Zwischenzeitlich habe ich noch ein paar Tage auf einem Event gearbeitet, Überstunden geschoben, da ich ja schon so lange im Krankenhaus lag und die Agentur nicht noch länger „im Stich lassen wollte“. Gips am linken Arm. Dann wieder: Bettruhe. Arm nicht bewegen. Nicht arbeiten. Beruhigungstabletten. Ich fühlte mich wie ein Zombie. Gefangen zwischen dem Wunsch wieder etwas zu spüren und dem Druck wieder etwas leisten zu müssen. Ich wurde von den Ärzten auch zu meiner mentalen Verfassung befragt, da ich nachts oft mit Panikattacken wach wurde, sogar Angst hatte durch den Zugang zu sterben. Ich habe alles abgestritten. Schließlich war ich erst 27 und muss das ja abkönnen. </p>
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<p>2019 - Die Rallyevorbereitungen liefen weiter und waren so ziemlich das einzige, was mich „am Leben hielt“. Start war Mitte Juni 2019. Mitte Mai ging es mir nach weiteren Wochen vieler Überstunden und Nachtschichten sowohl mental, als auch physisch nicht mehr gut. Eigentlich schon die gesamten letzten 6 Monate, aber wer gesteht sich das schon ein. Eines Morgens, nach einer weiteren fast schlaflosen Nacht mit massiven Ängsten und unaushaltbarem Druckgefühl auf dem Herzen saß ich apathisch um 8.50 auf meiner Couch und konnte nicht mehr aufstehen. Um 9 musste ich auf der Arbeit sein. Aber ich konnte mich einfach nicht mehr bewegen. Ein Freund, der in der Zeit bei mir war, hat mich inständig dazu aufgefordert nicht zur Arbeit zu gehen, sondern zu meinem Hausarzt. Er hat sich schon länger ernsthafte Sorgen gemacht. Mein Arzt hat mich mit einer akuten Blasenentzündung für 2 Wochen krank geschrieben und mich sanft drauf hingewiesen, dass er psychosomatische Zusammenhänge vermutet und mir nahe legt einen Psychologen aufzusuchen. 
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<p>Zwei Tage nachdem ich die Krankmeldung bei meiner Arbeit eingereicht habe, wurde ich am Telefon gekündigt. Begründung: betriebliches Risiko, da zu oft krank. Die Ironie des Ganzen muss ich wahrscheinlich nicht erklären. Nach dem Telefonat bin ich zusammengebrochen. Ich konnte kaum atmen. Habe so geweint, dass ich ohnmächtig wurde. Ich hatte mein Leben dieser Agentur regelrecht geopfert. Waren wir nun doch keine Familie? Natürlich nicht. Jeder ist ersetzbar. Und egal, wie sehr du dich einer Agentur oder einem Unternehmen opferst, am Ende bist du so unwichtig, dass du am Telefon gekündigt wirst. Natürlich absolut nicht rechtens. Und das betriebliche Risiko bildete alleine die Agenturspitze. So ist es auch kein Wunder, dass alle 6 Monate die gesamte Belegschaft erneuert wurde. Aber ich hatte keine Kraft mehr um rechtlich dagegen vorzugehen. </p>

<p>Kurz darauf die Diagnose beim Psychologen:<strong> Burnout und mittlere bis schwere depressive Episode.</strong> Mit 27. Glückwunsch Esther. Ich wollte es mir nicht eingestehen und habe geglaubt, dass ich da schon irgendwie durchkomme. Und außerdem stand jetzt ja auch erstmal die Rallye an. 
</p><h3>Baltic Sea Circle Rallye 2019</h3><p>Verdammt. Es war einfach nur geil! Und hat mein Leben von Grund auf verändert. Wir haben 16 Tage lang Abenteuer erlebt, sind über unsere Grenzen gegangen. Wir haben besondere Menschen kennengelernt, viel über uns gelernt. Wir haben eine Natur gesehen, die man nicht mehr beschreiben kann, weil es einfach zu schön war. 11 Länder in 16 Tagen, 8000km und Erlebnisse, die sich fest ins Herz gebrannt haben. Ich fühlte mich so frei und lebendig wie noch nie in meinem Leben. Und dieses Gefühl war ein Schlüsselmoment für meine weitere Geschichte (wer mehr darüber lesen möchte, kann sich gerne diesen <a href="https://www.heyjoedesign.de/post/baltic-sea-circle-rallye" target="_blank" ><u>Artikel</u></a> durchlesen.</p>
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<p>Nach der Baltic Sea Circle Rallye war ich voller Lebensenergie und Euphorie für alles was kommt. Und gleichzeitig tief traurig über das was war. Die vielen Schicksalsschläge, Trennungen und Enttäuschungen den letzten Monate und Jahre, der immense Leistungsdruck, das Gefühl versagt zu haben und nicht genug zu sein, Scham und Zukunftsängste. Negative Gefühle mischten sich mit der Freude des Erlebten. Es war verwirrend und ich wusste immer weniger wer ich eigentlich bin. Ich versuchte mich zu finden, ging alleine auf Reisen und habe mehrere Wochen in Spanien gelebt. Mein Wunsch war es mich selbst wieder zu finden, doch entgegen meiner Hoffnung fand ich mich mit meinen größten Dämonen konfrontiert. Man kann noch so weit reisen und versuchen vor der Realität zu fliehen. Doch vor sich selbst kann man eben nicht fliehen. Man nimmt sich selbst immer mit. Das habe ich schmerzlich am eigenen Leib, oder an der eigenen Seele erfahren. Worauf ich hinweisen möchte ist, dass ein Bild oder ein Lächeln nichts über die mentale Verfassung einer Person verrät. Wenn man depressiv ist kann man äußerlich lachen und innerlich weinen. Das habe ich lange nicht verstanden. </p>
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<figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/undefined"></figure><p>Weitere schmerzliche Verluste und einschneidende Erlebnisse folgten, als die Dinge nicht so weiter liefen, wie ich sie mir gewünscht hatte. Die Freundschaft zu meiner Rallyepartnerin erlag dem ganzen privaten und rallyebedingtem Stress und es gab von ihrer Seite entgegen unserer Planung keine Zukunft mehr für Armadillo und weitere Rallyes, was mich sehr traurig machte. Sie wollte Armadillo sogar verkaufen. Es zog mir den Boden unter den Füßen weg. Genau das, was mir irgendwie noch Hoffnung schenkte sollte nun vorbei sein. Ein gemeinsames Werk, ein Traum, das Lebensgefühl "Nordfriesenmädchen" wurde begraben. Und mein Traum war geplatzt. Obwohl ich finanziell gesehen auch gerade nicht auf der Hochphase meines Lebens war, kaufte ich ihr das Auto ab. Ohne genau zu wissen warum. Aber mein Gefühl sagte mir, dass diese Reise noch nicht vorbei ist. Dass ich das schon irgendwie schaffen werde. </p>

<p>Arbeitslos, krankgeschrieben und ohne Perspektive stand ich nun da. Herbst in Hamburg. Wollte mir meine Depression nicht eingestehen und habe mich selbst für jeden Tag gehasst, der einfach so nutzlos an mir vorbei strich. Ich kann das alles nicht schön reden. Die Spirale ging abwärts. Die Gedanken wurden dunkler. Der Selbsthass größer. Und größer. Und unaushaltbar. Ich war wie gelähmt und voller Angst, konnte meine Emotionen nicht regulieren verzweifelte. Ich brauchte mehr Hilfe als eine Stunde Therapie in der Woche und habe sie gesucht und bekommen. </p>
<h3>2020 - Ein Schritt, den ich mir vor Scham niemals zugetraut hätte</h3><p>Auch heute fällt es mir schwer darüber zu reden. Wahrscheinlich aus Angst wie andere darüber urteilen könnten. Es war aber auch der Schritt, der mich letztendlich wieder auf die Beine gebracht hat: Eine mehrmonatige therapeutische Auszeit in der Nähe von Hamburg. Hier habe ich auf tiefenpsychologischer und psychosomatischer Ebene viel über mich und meine Vergangenheit gelernt. Warum ich bin wie ich bin. Was passiert ist, dass ich mich so fühle, wie ich mich fühle. Ich spürte langsam eine innere Veränderung und sah Zusammenhänge. Ich spürte sie sehr stark und verstand sie sehr langsam. Denn so eine Therapie benötigt Zeit. Ich brauchte Geduld. Etwas, das ich so gar nicht besitze. Besonders geholfen, hat mir hier die Kunsttherapie. Hier sind seelische Schmerzen aufgetaucht, die ich niemals hätte in Worte fassen können. Es fällt mir wohl irgendwie leichter meine Gefühle in Bildern auszudrücken. Das Bild oben rechts war übrigens die Darstellung meines Traumlebens. Eine Straße, die zwischen Bergen und Meer entlang führt. Ich wünschte mir bald wieder einen Roadtrip zu starten, weil ich wusste, dass ich dabei glücklich sein kann. </p>

<p>Nach drei Monaten aufwühlen, durchdringen, reden, weinen und lachen… war ich bereit für eine neue Welt. Leider hat sich die Welt währenddessen Corona überlegt und ich bin direkt in den Lockdown gestolpert. Was Fluch und Segen zu gleich war. Die Welt war entschleunigt. Und ich durfte lernen Dinge langsamer anzugehen. Obwohl die nächsten Steps größer waren und schneller kamen, als ich das im ersten Moment realisiert habe. Und manchmal realisiere ich es immer noch nicht. </p><figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/undefined"></figure>
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</p><h3>Sommer 2020 </h3><p>Für mich war eines ganz klar: Ich gehe nicht zurück in die Agenturwelt. Keine Lust und keine Kraft mehr für cholerische und narzisstische Chefs, patriarchalische Strukturen und sexistische Übergriffe. All das ist mir mehr als einmal passiert. Keine Zeit mehr meine Lebenszeit in einem Büro zu verschwenden um undankbare Überstunden zu schieben. Ich wollte mehr: Mehr erleben, mehr frei sein, mehr vom Leben als das, was uns die Gesellschaft erlaubt. </p>
<h4><em>Und ich wollte dieses Gefühl wieder haben, das ich auf der Rallye hatte. Dieses Gefühl der unendlichen Freiheit und Unabhängigkeit. Das Gefühl von Neugierde und Vorfreude, da jeder Tag voller neuer Herausforderungen und Abenteuer steckt</em>.</h4><p>
Zwischen Selbstfindung und Träumen erlebte ich einen Sommer voller neuer Erfahrungen und Abenteuern. Jedes Wochenende fuhr ich Campen, baute Armadillo weiter aus und landete sogar in einer <a href="https://www.tvnow.de/shows/ps-reportage-8067/2020-11/episode-16-van-life-3323839" target="_blank" ><u>TV Show</u></a> .</p>
<p>Zeitungen interviewten mich zu meinem freien <a href="https://www.shz.de/lokales/sylt/artikel/esther-joergensen-und-die-sehnsucht-nach-freiheit-41822204" target="_blank" ><u>Lebensstil </u></a>und bei Instagram zeigte ich mein neu gewonnenes "Ich". Surreal aber schön. Mir fehlte die Fähigkeit das alles wirklich zu realisieren. Doch die Dinge bewegten sich weiter und meiner Kreativität und Ideen entfachten sich von Neuem. </p>
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<figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/undefined"></figure><h3>Der Weg in die Selbstständigkeit </h3><p>Ganz ehrlich, ich weiß nicht woher ich diesen Mut genommen habe. Vielleicht war es das klare Bild davon, was ich nicht mehr wollte. Und die Vision mein Leben so zu gestalten, wie ich glaubte, dass es mich wieder glücklich machen könnte. Schon lange bewunderte ich „Digitale Nomaden“. Reisen und arbeiten. Ortsunabhängig. Frei. Unter Palmen. Am Meer. Und ich fragte mich, was mich davon abhält. Angst davor, dass es nicht funktioniert? Aber was ist, wenn es funktioniert?</p>

<p>Ich meldete mich von der Krankschreibung in die Arbeitslosigkeit, um einen AVGS Gutschein zu beantragen. Mit diesem konnte ich einen Gründungscoach bezahlen, um einen Businessplan zu schreiben mit dem ich wiederum den Gründungszuschlag beantragte, um für die ersten 6 Monate meiner Selbstständigkeit finanziell abgesichert zu sein. Nach zwei Monaten und 80 Seiten Konzept, Analyse und Finanzplanung reichte ich meinen Businessplan bei der Agentur für Arbeit ein und meldete meine Selbstständigkeit beim Finanzamt an. Am 15.09.2020 wurde ich offiziell selbstständige Grafikdesignerin und zwei Wochen später habe ich mich in meinen Bus Armadillo gesetzt und bin nach Italien gereist. Wenn schon denn schon. Wer fängt schon gemächlich an wenn Die Welt auf einen wartet?</p>
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<figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/undefined"></figure><h3>
Herbst 2020 - Vanlife Italien als digitale Nomadin</h3><p>Und so machte ich meine erste Erfahrung als digitale Nomadin im Vanlife. Ich reiste von Norditalien bis nach Sizilien. Wenn ich heute zurück blicke, kann ich mich noch an jeden einzelnen Tag erinnern. Kathi, meine beste Freundin kam dazu und wir verbrachten die Zeit unseres Lebens. Ich kann sogar rekonstruieren, was wir jeden Tag gegessen haben, was uns zum Lachen gebracht hat, weshalb wir geweint haben oder was wir gesehen und gefühlt haben. Weil jeder Tag so intensiv war. Genau das erfüllt meine Seele. Die besonderen Momente, die uns das Leben schenkt, wenn wir sie zulassen, wenn wir sie mitbestimmen und gestalten. </p>

<p>Drei Monate Italien machten einen neuen Menschen aus mir (Blogbeitrag folgt). Ich war stolz auf mich. Und glücklich. Und gleichzeitig fiel es mir immer wieder schwer zu glauben, dass ich das bin, die ihre schönen Sonnenuntergangsbilder mit Armadillo am Strand postet. Was auch immer das zu bedeuten hat.</p>
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</p><h3>2021 - auf zu neuen Abenteuern</h3><p>Einen langen Coronawinter später konnte ich die ersten Erfolge meiner Selbstständigkeit feiern. Die Mund-zu-Mund-Propaganda lief und bis auf ein paar wenige negative Ausnahmen hatte ich tolle Erfahrungen und liebevolle Kundinnen, die sich sogar zu langjährigen Kundinnen entwickelten. Dennoch; das war ja nicht der Plan. Corona hatte die Welt weiterhin fest im Griff und ich war im tiefsten Winter in meiner Wohnung in Hamburg „gefangen“. Ich wollte doch Abenteuer erleben und am Strand aufwachen. Doch der Blick aus dem Fenster war ein anderer. Regentropfen und Häuserwände. </p>

<p>Also machten Kathi und ich uns im April erneut auf den Weg in den Süden. Diesmaliges Ziel: Spanien und Portugal. Oder Sonne, Meer und Abenteuer. Ja, wir wissen, dass das nicht so richtig „erlaubt“ war. „Stay home“ war ja die Devise. Mein zu Hause war aber nun der Bus. Und berufliche Reisen waren erlaubt. Und außerdem wollte ich nicht schon wieder in eine depressive Episode geraten und die Anzeichen waren bereits da. </p>

<p>Sideview: Auch wenn man tiefenpsychologisch über mehrere Jahre begleitet wird kann eine Depression immer wieder auftauchen. Mir wurde das mal so erklärt: „Du warst in diesem schwarzen Raum und hast den Ausgang nicht gefunden. Es war dunkel, bedrückend, traurig. Doch irgendwann durchdrang ein Lichtstrahl diesen Schlitz. Langsam wurde es wieder heller und du konntest klarer sehen. Doch da du diesen Raum einmal betreten hattest, wird er dich für immer begleiten. Du kannst lernen diese Tür ein Stück aufzuhalten, oder sie früher zu finden. Du kannst diesen Raum auch mal eine ganze Zeit lang verlassen, aber er wird immer bei dir sein.“ </p>

<p>Trotz des Gegenwindes über Grauzonen hinweg auf Reisen zu gehen, machten wir Armadillo startklar und düsten in 2 Tagen in den Norden Spaniens. Ich möchte das nicht klein reden. Ich bin ein sehr sensibler Mensch und hatte natürlich große Sorgen. Ich hatte eine immense Angst vor dem Coronavirus und mich auf Reisen anzustecken. Doch ich wollte dieser Angst ein weiteres Mal nicht Herr werden lassen. Realistisch gesehen waren wir auf dieser Reise auch weniger unter Menschen, als es in einer Millionenmetropole wie Hamburg der Fall gewesen wäre. Und wem nützt es am Ende, wenn unsere Seelen vor Isolation drauf gehen? Meine Seele hatte bereits gelitten. Aber in diesem Moment, an dem ich wieder am Meer stand, die Natur spürte, in ihr einschlief und aufwachte, war der Moment, in dem ich langsam wieder zu mir fand. Ich brauche das einfach. Das ist mein Leben. </p><figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/undefined"></figure>
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<figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/undefined"></figure><p>Wir reisten die Mittelmeerküste entlang, erlebten die schönsten Momente, und auch andere, aus denen wir lernten oder die uns herausforderten. So war Granada beispielsweise mit einem Krankenhausbesuch verbunden, da ich den Verdacht auf einen Bluterguss im Gehirn hatte. Es ist nicht immer alles Zuckerschlecken und wir fuhren in den ersten Wochen von einer Regenwolke in die nächste. Manchmal steht man vor Herausforderungen, die einem den Atem stocken lassen. Dann muss man sich selbst oder gegenseitig beruhigen. Auch eine wichtige Lektion, die ich immer noch lerne, da ich von Natur aus ein sehr ängstlicher Mensch bin. </p>

<p>Rückblickend war dennoch jeder Tag so wertvoll. Und ich bin auch für jeden Tag so dankbar. Wir hatten großartige Zeiten in Tarifa, haben Freunde fürs Leben gefunden und Erfahrungen gemacht, über die wir wahrscheinlich noch im Altersheim lachen werden. Manchmal waren wir unvernünftig, verrückt, abenteuerlustig. Wahrscheinlich viel mehr, als je zuvor in unserem Leben. Einfach mal die Regeln Regeln sein lassen und seine eigenen machen. Hach, man lernt so viel über sich auf diesen Reisen. </p>
<p>Manchmal schmerzhaft. Manchmal mit einem Lächeln auf den Lippen. Immer intensiv. Mein Herz füllt sich mit so viel Liebe und Dankbarkeit, wenn ich an diese Zeit denke. Mir fehlen die Worte (Blogbeitrag folgt).</p><figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/undefined"></figure>
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<figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/undefined"></figure><h3>Portugal 2021 - meine neue Heimat, ohne, dass ich es wusste</h3><p>Was für ein Unterschied, wenn man von Spanien nach Portugal reist. Die Kultur war einfach so anders und sofort spürbar. Irgendwie offener, freundlicher, wärmer, nahbarer. Wir erkundeten die roten Klippen der Algarve, haben leckeren Fisch und Pastel de Natas gegessen und im eiskalten Meer gebadet. Dann landeten wir in Lagos. Aus einer geplanten Nacht wurden vier oder fünf. Ich lernte Miguel nachts in den kleinen Gassen voller Bars kennen, und ohne dass ich es in diesem Moment wusste, veränderte sich mein Leben erneut um 180°. Da war was. Und wir wollten wissen was. </p>
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<figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/undefined"></figure><p>Also kam er mich nach dem Roadtrip durch Spanien und Portugal Ende Juni in Hamburg besuchen. Aus einer geplanten Woche wurden drei für Miguel in Hamburg. Im August bin ich dann nach Lissabon geflogen. Aus einem geplanten Monat wurden fast drei für mich in Portugal und plötzlich waren da ganz viele Fragen und Entscheidungen, die getroffen werden mussten. Gehe ich nach Portugal? Kommt Miguel nach Deutschland? Wie soll es weiter gehen? </p>

<p>Es war schon immer ein großer Traum von mir im Ausland zu leben. Und wer mich kennt weiß, dass Latina-Blut durch meine Adern fließt. Auch wenn ich nach vielen deutschen Werten wie Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit lebe vermisse ich oft eine Leichtigkeit in mir. Die Leichtigkeit, die ich fühle, wenn ich Bachata tanze oder ins Meer springe. Miguel und ich kannten uns kaum, und doch war uns klar, dass das hier nur eine Chance hat, wenn wir für große Schritte bereit waren. Und das war ich, anscheinend. Beruflich war ich außerdem ungebunden und konnte von überall aus arbeiten. </p>
<h3>Miguel in Hamburg 2021</h3><figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/undefined"></figure>
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<figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/undefined"></figure><h3>Ich in Portugal, Cascais 2021</h3><figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/undefined"></figure>
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<figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/undefined"></figure><h3>Armadillo - Eine Ära geht zu Ende</h3><p>Und Armadillo? Der hatte erstmal Sommerpause. Ich wusste, dass ich das Leben im Van nicht aufgeben möchte. Aber ich wusste auch, dass Armadillo nicht mehr der Van ist, mit dem ich meine Abenteuer so leben kann, wie ich sie mir vorstellte. Stehhöhe und mehr Platz, eine kleine Wohnung auf vier Rädern. Das schwebte mir vor. Also verkaufte ich Armadillo im Herbst 2021 und gab ihn in wundervolle Hände einer kleinen jungen Familie. Dieser Bus hat mein Leben verändert. Und irgendwie bricht es mir immer noch das Herz, wenn ich daran denke, wie ich ihn das letzte Mal zu seinen neuen Besitzern gefahren habe. Was aber bleibt sind die wundervollen Erinnerungen. Sowohl in den unterschiedlichsten <a href="https://www.heyjoedesign.de/pressandpublicis" target="_blank" ><u>Formen</u></a> wie in Bildern, einem Vanlife-Quartett vom Saltwater Shop, You-Tube-Videos oder Zeitungsartikel. Aber ganz besonders im Herzen. Danke Armadillo. Du hast mir vielleicht mein Leben gerettet. </p>

<p>Und danke an <a href="https://www.instagram.com/how2roadtrip/?hl=en" target="_blank" ><u>Hardy Leben</u></a>, dass du, auch wenn du es nicht glauben magst, durch deine selbstlose Hilfe und tiefe, wahre Freundschaft über die ganzen Jahre mein Leben maßgeblich verändert hast. Ohne dich wären viele Momente, Erlebnisse und Abenteuer nicht entstanden. Ich bin dir für immer dankbar!</p>
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<figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/undefined"></figure><h3>2022 - ein neues Kapitel</h3><p>Ein neues Kapitel stand mir bevor und ich entschied mich erstmal ohne Van eine Zeit in Portugal zu verbringen. So verbrachte ich die ersten Monate diesen Jahres zwischen Cascais und Lagos, machte Reisen nach Chamonix und Madeira und tauchte in die wunderbare Kultur dieses Landes ein. Besonders glücklich war ich, als ich meinen besten Freunden meine "neue Heimat" zeigen konnte. Julian und Kathi besuchten mich und ich hatte Zuversicht, dass wahre Freundschaft auch über die Distanz erhalten bleiben. </p>

<p>Wie bereits erwähnt war es schon immer ein Traum von mir mal eine Zeit lang in einem anderen Land zu leben. Deutschland mag ja ganz nett sein, wenn man auf Sicherheit, Pünktlichkeit und Ordnung steht, doch auf die ewigen Winter im Hamsterradleben stehe ich eben nicht. Auch Hamburg, die Stadt, in der ich 11 Jahre lebte, gab mir nicht mehr das, was sie mir einst gab. </p>
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Ich erinnere mich an einen sehr intensiven Moment, als Kathi und ich von unsererem Spanien-Portugal-Roadtrip zurück nach Hamburg kamen und über die Elbbrücken gefahren sind. Eigentlich ein schöner Moment vor dieser prachtvollen Hafenkulisse über die Elbe zu schweben. Ich liebte Hamburg. Den Mix aus schick und schroff. Die Konzerte, den Hafen, die Parties, Bars, Restaurants, Ausstellungen. Mit 19 bin ich voller Zuversicht und dem Wunsch nach einer großen Karriere nach Hamburg gezogen. Ich habe alle Vorzüge dieser Stadt geliebt und vor allem gelebt. Ich kann mit einer tiefen Sicherheit sagen, dass ich Hamburg über die Jahre wirklich kennen gelernt habe. Und bis vor einigen Jahren habe ich es auch sehr genossen und genutzt. Doch jetzt fehlte mir der einfache Zugang zur Natur. Ich sehnte mich nach Entschleunigung und einem Horizont. Ich wollte nicht mehr auf Häuser gucken - auch wenn ich 5 Jahre lang in der Mansteinstraße auf wirklich wunderschöne Jugendstil-Villen geblickt habe. </p>

<p>Für mich war klar: Ich möchte Hamburg verlassen. Könnte ich in Portugal leben? Vielleicht. Und was weiß ich gerade wirklich? Dass ich das Vanlife vermisse, und dieses Gefühl, von dem ich hier schon einige Male erzählt habe. Dann ging alles plötzlich ganz ganz schnell. </p>

<p>Im April bin ich zurück nach Hamburg geflogen. Ich habe mich gefreut meine Freunde, Familie und Nachbarn wieder zu sehen. Doch das Gefühl, dass das hier nicht mehr mein Zuhause ist, blieb. Ich fühlte mich fast fremd. Die Suche nach einem neuen Van startete. Und dank dem Corona-Vanlife-Hype (ich möchte hier anmerken, dass ich meinen ersten Bus lange vor Corona hatte) waren die Preise natürlich überdurchschnittlich hoch. Täglich schickte ich zwei Freunden, die den Van absegnen sollten, Ebay Kleinanzeigen Inserate. Ein Bus viel mir dabei immer wieder auf. Es war auch der einzige, der im nahen Umkreis von Hamburg stand. Ein Peugeot Boxer mit Pössl Ausbau. Ich hatte schon nach minimal ausgebauten Vans geschaut, da ich bis auf Deko nicht besonders viel handwerkliche Arbeit für einen Innenausbau liefern kann. Aber ein Pössl schien mir zuerst etwas „altbacken“. Wir machten einen Termin aus. </p>

<p>Mit Hardy von How2Roadtrip und seiner Freundin machten wir uns auf den Weg in den Süden Hamburgs. Die tief stehende Sonne spiegelte sich im silbernen Lack meines zukünftigen zu Hauses. Ich habe mir sofort vorgestellt, wie es wohl wäre in diesem Bus zu leben. Neben mir tanzten schwarze Tulpen im Wind (Die schwarze Tulpe trägt eine ganz besondere Bedeutung: Der seltene Frühblüher ist Paaren vorbehalten, die eine tiefe Leidenschaft verbindet). Sollte hier gleich eine tiefe Leidenschaft entfacht werden? Irgendwie schon. Nun gut, die schwarzen Kunstlederbezüge entsprachen nun nicht so meinem Geschmack und erinnerten mich eher an einen Puff (oder wie ich mir einen Puff von Innen vorstellte). Aber sonst war er von Innen, wie von Außen top in Schuss - für Baujahr 2001. Und hatte alles, was ich mir gewünscht habe. Tatsächlich müsste ich nicht mal etwas nachrüsten. Bett, Küche, Heizung, fließendes Wasser, WC, Dusche (sogar warme Dusche), viele Verstaumöglichkeiten, Rückfahrkamera. Und der Altbacken-Charme hat mich angeregt kreativ zu werden. Das Projekt „Pimp my Pössl“ war geboren und nach einer Nacht Bedenkzeit habe ich den Bus gekauft. </p>
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<p>Der erste Step war getan. Ich hatte wieder ein zu Hause auf vier Rädern. Damit konnte ich meine vier Betonwände in der Innenstadt von Hamburg kündigen. Und tat es prompt. Fünf Jahre im schönsten aller Viertel, dem Generalsviertel und 11 Jahre Hansestadt sollten nun zu Ende gehen. </p>

<p>Ich muss sagen, dass ich mir über keine dieser Entscheidungen so wirklich den Kopf zerbrochen habe. Ich bin einfach nur meinem Gefühl gefolgt. Und wusste mal wieder ganz genau was ich nicht wollte. 
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<p>Miguel kam nach Hamburg und half mir die Wohnung leer zu räumen. Die Devise: Alles, was nicht in den Bus passt, kommt weg. Also startete ich einen Großangriff auf Ebay Kleinanzeigen, machte einen Hausflohmarkt und verkaufte so ziemlich alles, was ich besaß und was sich in den letzten 11 Jahre Hamburg so angesammelt hat. Ich wurde oft gefragt, ob es mir schwer fiel. Nein. Absolut nicht. Jedes Teil, das aus der Wohnung getragen wurde hat mich erleichtert. Weniger materieller Ballast in meinem Umfeld. </p>
<figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_0b984d7dff194dc69fd06b579a0b0d57~mv2.jpg/v1/fit/w_1000,h_1000,al_c,q_80/file.png"  ></figure><p>Das Einzige, was wirklich schwer war, war der Abschied von meinen Freunden. Und es gibt Nichts, das diesen Schmerz irgendwie ausgleicht oder erträglicher macht. Wenn man sich entscheidet in ein anderes Land zu ziehen ist das der größte und schmerzhafteste Teil. Ich vermisse sie jeden Tag und werde sie auch nie weniger vermissen. </p>
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<figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/undefined"></figure><p>Wer jetzt dachte, dass das ja alles super glatt lief, muss ich enttäuschen. Ein großer Stein wurde mir während der Zeit des Umbruchs noch in den Weg gelegt. Auf dem Weg zum Recyclinghof bin ich mit zwei schweren Taschen auf den Schultern im Treppenhaus gestürzt. Diagnose: mindestens zwei Bänderrisse, Bruch im Sprungbein und ein Bone Bruise. Behandlung: Mindestens 6 Wochen schonen, Fuß hochlegen, Krücken und nur mit einem Moonboot (Air Cast - moderner Gips) laufen. Hahaha. Wir wollten in zwei Wochen mit dem Bus nach Portugal fahren. Die Wohnung war bis auf eine Matratze leer. Ich wollte doch in mein neues Leben starten. Die Welt erkunden. Auf beiden Beinen. Unabhängig und frei. Das wars dann. Ich war abhängig und gefangen. Und konnte es nicht glauben. </p>
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Da die Wohnung gekündigt war blieb mir gar nichts anderes übrig, als trotzdem zu fahren. Natürlich etwas anders als geplant. Aber es gab keine Alternative. Unter Tränen und wehenden weißen Tüchern in der Hand enger Freunde, die mich gebührend verabschiedet haben (ihr seid die Besten), verließen wir Hamburg in meinem neuen zu Hause auf vier Rädern, dass ich später auf den Namen "Albatross" taufte. Nach ein paar Tagen Frankreich erkundeten wir die Nordküste Spaniens und sind nach einigen Wochen, wieder unter Tränen, über die Grenze nach Portugal gefahren. Und wieder merkte ich, wie sehr sich die Mentalität veränderte und langsam realisierte ich, dass das jetzt so etwas wie meine neue Heimat ist. </p>
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<figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/undefined"></figure><p>Miguel ist die gesamte Strecke durch Frankreich, entlang der nordspanischen Küste, bis nach Lissabon alleine gefahren. Er hat mich gepflegt, gekocht, geputzt, mich ins Wasser getragen, war einkaufen und hat aufgeräumt… er hat einfach alles gemacht. Und ich bin zutiefst dankbar dafür. Diese Reise, und damit meine ich die "Reise" nach 11 Jahren Hamburg alles loszulassen, mich von meinen Freunden , meiner Familie, der Wohnung, allen Möbeln und vielen Gewohnheiten zu verabschieden und mit einem gebrochenen Fuß einen Roadtrip in die "Freiheit" zu starten. Eine Reise Richtung Wahlheimat Portugal, ohne die Sprache zu sprechen, ohne richtigen Boden unter den Füßen. So viel Ungewissheit, so viel Schmerz und Angst, aber auch so viel Neugierde und Lebenslust. Es benötigte viel Kraft unter diesen Umständen diese "Reise" anzutreten und hat Miguel und mich als Paar auch auf mehr als nur eine Probe gestellt. Wir mussten zusammenhalten. Ich musste akzeptieren Hilfe anzunehmen und abhängig zu sein. Das war nach meinem Kampf der letzten Jahre in die absolute Unabhängigkeit eine meiner schwersten Aufgaben (Blog: Vanlife auf Krücken - coming soon). </p>
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<figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/undefined"></figure><h3>
Herbst 2022 - Und jetzt? </h3><p>Jetzt lebe ich ein Leben zwischen Cascais-Altstadt-Traum und Vanlife in Portugal. Nun zeige ich Albatross, so habe ich meinen neuen Bus getauft, dieses wunderschöne Land. Gemeinsam werden wir wieder Landschaften entdecken und Orte erkunden, die sich als ewige Erinnerungen in unser Herz einbrennen. Ich freue mich darauf. </p><figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/undefined"></figure>
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<figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/undefined"></figure><p>Bis heute kann ich sagen, dass ich die richtigen Entscheidungen getroffen habe. Auch wenn die Zeit des Burn-Outs und der Depression die dunkelste meines Lebens war, hat sie mich doch dazu gebracht mein ganzes Leben auf Links zu drehen. Ich habe mich dazu entschieden mein Leben so zu gestalten, dass es sich besser meinen Bedürfnissen nach Freiheit und Unabhängigkeit anpasst. Ein Leben mit mehr Sonne im Gesicht und vielen Sonnenuntergängen über dem Meer. Kein Leben, in dem ich um zwei Wochen Urlaub betteln muss, sondern ein Leben von dem ich keinen Urlaub brauche. </p>

<p>Dazu habe ich mich entschieden. Und diese Entscheidungen waren nicht immer leicht. Ich wusste nicht, ob all das funktionieren würde. In einem Bus leben, von unterwegs aus als Selbstständige arbeiten, in einem anderen Land leben. Ich bin stolz und glücklich, dass ich diesen Mut aufbringen konnte unnd möchte jeden dazu ermutigen seinen Träumen zu folgen, anstatt Ausreden zu finden, warum es nicht klappen könnte. Es lief nicht alles glatt und teilweise fühlte ich mich von Herausforderungen und Aufgaben überfordert und überrollt. Doch ich wusste immer, was ich nicht  wollte. Weil ich es erlebt habe. Und dieser Gedanke bestärkte mich umso mehr meinem Gefühl zu folgen und ein Leben zu gestalten, das mich glücklich macht. </p>

<figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_7b4d724efe4d456db284b0dfea844c06~mv2.jpg/v1/fit/w_1000,h_1000,al_c,q_80/file.png"  ></figure>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Camping auf Sylt - Westerland]]></title><description><![CDATA[Das ist Ankommen. Das ist Leben. Wieder spüre ich, wie das Salz auf meiner Haut trocknet und meine Haare sich wellen. Die Augen brennen...]]></description><link>https://www.heyjoedesign.de/post/camping-auf-sylt-westerland</link><guid isPermaLink="false">5f0ed9d7cf68e1001794836d</guid><category><![CDATA[Sylt]]></category><category><![CDATA[Vanlife]]></category><pubDate>Thu, 16 Jul 2020 10:32:44 GMT</pubDate><enclosure url="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_5ebeddaabbe34d76b6ee583e2e56de83~mv2.jpg/v1/fit/w_1000,h_669,al_c,q_80/file.png" length="0" type="image/png"/><dc:creator>Esther Jörgensen</dc:creator><content:encoded><![CDATA[<h3><strong>Als gebürtige Sylterin dachte ich immer, ich würde jeden Sandkorn der Insel kennen. Einige wunderschöne Orte Sylts habe ich dabei außer Acht gelassen - um sie jetzt mit meinem Van zu erleben. Die Campingplätze auf der Insel. Der zweite Campingplatz: Westerland. </strong></h3>

<h3><strong>WESTERLAND</strong></h3><p>Hier bin ich vor 29 Jahren geboren und 19 Jahre aufgewachsen. Ungefähr genau so lange kenne ich den Campingplatz in Westerland. Nicht unbedingt, weil ich schon so oft hier campen war, um ehrlich zu sein ist es auch hier mein erstes Mal. Nein, der Grund ist die Osteria, das lokale Restaurant. Aber lasst uns gemeinsam den Platz erkunden und dabei in Erinnerungen schwelgen.</p><figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_5ebeddaabbe34d76b6ee583e2e56de83~mv2.jpg/v1/fit/w_1000,h_669,al_c,q_80/file.png"  ></figure><p>Im Süden Westerlands, zwischen Südwäldchen und Dünenlandschaft, liegt der größte Campingplatz der Insel - <a href="https://duenencamping-westerland.de/" target="_blank" rel="noopener"><u>Campingplatz Westerland</u></a>. Ich fahre mit Armadillo die Einfahrt hoch, checke beim <a href="https://www.insel-sylt.de/" target="_blank" rel="noopener"><u>Insel Sylt Tourismus-Service</u></a> ein, bekomme meinen Platz, WLAN und Gästekarte. Die Anmeldung läuft sehr professionell ab, fast wie in einem Hotel und nicht zu vergleichen mit der nordisch trockenen Art aus Hörnum. Meine Beschreibung ist keine Wertung, nur ein Gefühl. Nachdem ich den umfangreichen Plan verstanden habe fahre ich durch die Wohnmobilburgen-Landschaft zu meinem Platz. Dieser ist schön groß, schräg vor und hinter mir sind die Plätze frei. Mein Glück für die Morgen- und Abendsonne, die ich in der Umgebung am Längsten genießen darf. </p>

<p>Wie jedes Mal erbaue ich mir meinen kleinen Campingtraum, stelle das Dachzelt auf, platziere Tische und Stühle, sowie Miguel, meine Monstera Pflanze, die jeden Campingtrip miterlebt. Die Sonne strahlt aus vollster Kraft und ich merke bald, dass ich in die Nordsee springen möchte. Auch der Campingplatz Westerland ist nur durch eine Düne von dem Weststrand entfernt. Von Armadillo bis zum Meer sind es nur etwa 100 Meter Luftlinie. Ich packe mein <a href="https://inselkind.com/" target="_blank" rel="noopener"><u>Inselkind</u></a> Strandhandtuch unter den Arm, laufe über die Düne zum Strand und springe ins kalte Nass. </p><figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_d32b04d667c341c2ac150f88e88b5f60~mv2.jpg/v1/fit/w_1000,h_1000,al_c,q_80/file.png"  ></figure><h3>Das ist Ankommen. Das ist Leben. Wieder spüre ich, wie das Salz auf meiner Haut trocknet und meine Haare sich wellen. Die Augen brennen leicht, die Gedanken sind frei. Der Blick auf den Horizont gerichtet. Ich bin zu Hause. </h3>
<p>Der Unterschied vom Strand in Hörnum zum Strand in Westerland ist deutlich spürbar. Der Tourismus, der sich vom Hot Spot Westerland über die Hauptstrände ausbreitet kommt aber nicht nur mit mehr Menschen, sondern auch mit mehr Aktivitäten. Die Surfschulen mit SUP Verleih sind nur einen Spaziergang entfernt. Viele Fahrradverleihe sind rund um und in Westerland verbreitet. Westerland bietet einiges an Aktivitäten für Familien, für Paare und für Rentner. Hier wird jeder fündig und jeder glücklich, der mit ein bisschen Tourismus um sich herum klar kommt. </p>
<h3>Fakten - Rund um den Campingplatz und die ein paar Erinnerungen</h3><p>Der Campingplatz stellt insgesamt 100 Saison-Stellplätze, 200 Touristenstellplätze und eine großzügige Zeltdüne, die ich persönlich wirklich einzigartig schön finde. Nachdem der Campingplatz jahrelang unter privater Führung war,  ist er nun in den Händen des <a href="https://www.insel-sylt.de/" target="_blank" rel="noopener"><u>Insel Sylt Tourismus-Services</u></a> unter Peter Douven. Im Zuge dessen wurde der Campingplatz grundlegend modernisiert. Es gibt neue sanitäre Anlagen, abschließbare Duschkabinen und alles ist sehr sauber und modern. WLAN ist gegen einen geringen Aufpreis tageweise verfügbar. Die professionelle Führung ist besonders dadurch spürbar, dass es zur Corona-Zeit viele neue Regeln gibt, auf die man freundlich und gewissenhaft hingewiesen wird. </p><figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_6a562527a0a0445fae7864638428e0ad~mv2.png"></figure>
<figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_b94490271cb046e5a6f0c21423309957~mv2.jpg"></figure>
<figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_06b34a306256409ab0d9918ee716896e~mv2.jpg"></figure>
<figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_88f0dcca27c54cd9be3fac332c8dac42~mv2.jpg"></figure>
<figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_4d9aadc8c33c4a6b9c58557ca4d66aac~mv2.jpg"></figure><p>Herr Ossenbrik, der die Campingplätze des Insel Sylt Tourismus-Service betreut, trifft sich mit mir auf einen netten Plausch und erzählt mir freundlich und angeregt von den Entwicklungen der Campingbranche und seinen beiden Campingplätzen (Rantum zählt ebenso dazu). Man spürt recht schnell, wie sehr er für seinen Beruf brennt, kennt jeden Dauercamper mit Namen und bemüht sich sehr um das Wohl aller Besucher. Er bittet aber auch darum, gerade jetzt zu Coronazeiten, in denen wir alle einen Camping-Boom erleben, zu reservieren. </p>

<p>Der Campingplatz liegt am südlichen Ende von Westerland. Bis zum Stadtzentrum sind es ungefähr 20 Minuten zu Fuß. Hier kann man nach Lust und Laune in der Friedrichstraße, Strandstraße und den vielen kleinen Seitenstraßen shoppen, essen gehen oder einfach über die Promenade flanieren, ein Eis essen und die Seeluft genießen. </p>

<p>Wer lieber vor Ort einkaufen möchte, kann dies auf dem Campingplatz Westerland ebenso tun. Ein kleiner Tante Emma Laden bietet alles, was das Camper-Herz begeht. Zwischen frischem Obst und Gemüse, gibt es ofenfrische Brötchen, kalte Getränke, Wurst, Käse, Milch, Nudeln, Reis, Zeitschriften und Spielzeug. Ich liebe solche kleinen Läden. Mein Herz wurde schlagartig mit so viel Nostalgiegefühl geflutet, dass ich gar nicht mehr raus wollte. Ich habe mich gefühlt, wie ein Kind, damals mit Mama und Papa im Urlaub, das sich eine Zeitschrift mit Spielzeug und ein Eis aussuchen durfte. Das ist es doch, wonach wir uns sehnen. Eine kindliche Leichtigkeit. Wie schön, wenn man sie dann und wann wieder spürt. </p><figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_fe0f018df58d4f0db5c0dafe690da79e~mv2.jpg"></figure>
<figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_03e0e7aa3e554d74bf2890e3a0127abd~mv2.jpg"></figure><p>Nebenan befindet sich die legendäre<a href="https://www.osteria-sylt.de/" target="_blank" rel="noopener"><u> Osteria S52 Seaside</u></a>, das Restaurant auf dem Westerländer Campingplatz. Seit ich weiß, dass ich ein Sylter Deern bin, habe ich Erinnerungen an diesen besonderen Ort, denn im Restaurant befindet sich zwischen Pflanzen, Holz und urig maritimer Dekoration ein altes Auto. Als Kinder haben wir immer in diesem schwarzen Geländewagen ohne Dach gespielt, während die Eltern in Ruhe essen konnten. Abwechselnd wurde darüber entschieden, wer ans Lenkrad darf und die anderen imaginär kutschiert. </p><figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_6a09b8b6a47141bd899aa41990dd3fed~mv2.jpg"></figure>
<figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_13e258e7df9b4a01b723e39342b6e4d5~mv2.jpg"></figure>
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<figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_28ab6e6e8b294fd9b5c8bcd7a910037d~mv2.jpg"></figure><p>Die Speisekarte in der Osteria reicht von italienischen Klassikern bis zu mediterranen Genüssen. Zwischen Pizza und Surf & Turf bekommt man auch besondere Weine und vor Allem immer einen netten und witzigen Plausch. So auch dieses Mal, als ich nach einem langen Strandtag Bikini für Kleid eintauschte, und hervorragend zu Abend gegessen habe. Rainer, der die Osteria schon seit Jahrzehnten betreibt, ist wie immer ein unterhaltsamer und sehr freundlicher Gastgeber. In den letzten Sonnenstrahlen, die über die Düne blitzen, esse ich meine Carbonara nach Art des Hause (viel Sahne!) und genieße dieses Flair auf der Terrasse im Strandkorb. Eine Mischung aus Kindheitserinnerungen und dem neu gewonnenen Lebensgefühl überkommt mich und ich bin einfach dankbar für all diese Möglichkeiten und Momente.</p><figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_4e7a4ff0b7554fd799d073dff85e2a0c~mv2.jpg/v1/fit/w_1000,h_1000,al_c,q_80/file.png"  ></figure><h3>Ein Abend und ein Morgen auf dem Campingplatz</h3><p>Nach meinem Abendmahl spaziere ich über den Campingplatz zurück zu Armadillo. Das Campingflair ist hier sehr deutlich zu spüren, zu sehen und zu hören. Die Menschen sitzen gemeinsam vor ihren Wohnmobilen, reden angeregt, lachen, spielen Karten und trinken einen Schlummertrunk. Die Gespräche, die ich aufschnappe, lassen mich innerlich lächeln. So fragte ein ältere Herr seine Gattin, ob Gisela und Horst noch rum kommen. Man kann sich nun vorstellen, dass diese beiden Paare sich schon vor Jahren auf diesem Campingplatz kennengelernt haben und sich nun Jahr für Jahr auf ein Wiedersehen freuen. </p>

<p>Ich mache mir eine Flasche Wein auf und beobachte die Szenerie. Kinder spielen auf den leeren Plätzen, lachen herzlich über ihre roten Wangen, eine jugendliche Sommerromanze scheint sich ein Stückchen weiter zu entwickeln, und dann läuft ein älteres Pärchen, beide in Crocs, Jogginghose und mit selbst gestrickten Wollpullovern an mir vorbei. Das ist Camping. Bodenständig, herzlich, genügsam. </p><figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_a135bbfcbc7a49678c39f84ba8705a5f~mv2.png/v1/fit/w_1000,h_701,al_c,q_80/file.png"  ></figure><p>Es ist kurz nach vier am Morgen und ich kann nicht mehr schlafen. Ich öffne das kleine Fenster an meinem Dachzelt und sehe, dass der Himmel bereits leicht bläulich schimmert. Nicht mehr lange und die Sonne würde aufgehen. Ich schnappe mir ein Handtuch, ziehe eine Jacke über und laufe rüber zu den Dünen. Über den Gräsern blitzen hier und da die Spitzen der Zelte heraus. Ich lege mich in eine kleine Sandmulde und beobachte den Sonnenaufgang über Westerland. Das goldene Licht überflutet die Dünen und Camper auf dem gesamten Platz. Es ist ein Moment voller Ruhe und Frieden. Die Luft ist kalt und frisch. Auf mich wirkt sie bei all der Müdigkeit belebend. Ich genieße diesen Augenblick und das Wunder der Natur. Für ein paar Minuten finde ich sogar noch ein bisschen Schlaf und ruhe noch ein wenig in diesem einzigartigen Moment. </p><figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_88f0dcca27c54cd9be3fac332c8dac42~mv2.jpg"></figure>
<figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_49e1668b62d04f30b57cb6be7b0941c4~mv2.jpg"></figure>
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<figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_4751357be99a49e3b9de0b394687ae25~mv2.jpg"></figure>
<figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_35f6a224073a4e819bbb2d8d2a3729a8~mv2.jpg"></figure>
<figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_e98e1ec090e74a3e9e49c91695d4c51d~mv2.jpg"></figure><p>Langsam beginnt das Leben wieder auf dem Campingplatz und ich werde durch ein paar Fußschritte neben mir wach. Es ist immer noch sehr früh, vielleicht sechs Uhr. Die Sonne steht nun so hoch, dass es ihr Licht über die Düne schafft. Ich laufe durch die Sandberge rüber zum Strand und gönne mir eine belebende morgendlich "Dusche" im Meer. Schlagartig fühle ich mich wach und voller Energie. Ich verweile noch einige Minuten am Strand, das Sonnenlicht schon leicht wärmend im Rücken, und schaue auf den Horizont. Schöner kann ein Tag nicht beginnen. </p>
<p>Auf dem Rückweg zu Armadillo kaufe ich ein paar ofenfrische Brötchen im Tante Emma Laden und zaubere ein beträchtliches kleines Frühstück zu. Alle Lebensgeister geweckt, freue ich mich auf einen weiteren Tag auf dem Westerländer Campingplatz in den Dünen. </p>
]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Camping auf Sylt - Hörnum]]></title><description><![CDATA[...Film auf meiner Haut. Wenn das passiert weiß ich immer, dass ich zu Hause bin...]]></description><link>https://www.heyjoedesign.de/post/camping-auf-sylt-hoernum</link><guid isPermaLink="false">5f02d93086ba260017f1b421</guid><category><![CDATA[Vanlife]]></category><category><![CDATA[Sylt]]></category><pubDate>Tue, 14 Jul 2020 11:52:10 GMT</pubDate><enclosure url="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_e57a49b7907f4618996e05c438863ea8~mv2.jpg/v1/fit/w_1000,h_1000,al_c,q_80/file.png" length="0" type="image/png"/><dc:creator>Esther Jörgensen</dc:creator><content:encoded><![CDATA[<h3><strong>Als gebürtige Sylterin dachte ich immer, ich würde jeden Sandkorn der Insel kennen. Einige wunderschöne Orte Sylts habe ich dabei außer Acht gelassen - um sie jetzt mit meinem Van zu erleben. Die Campingplätze auf der Insel. Der erste Campingplatz: Hörnum.</strong></h3><h3>HÖRNUM  |   B: 54,763857, L: 8,283352; 54°45'58''N, 8°16'55'' E</h3>
<p>Inmitten eines malerischen Dünentals, kurz hinter dem Ortseingang Hörnum, befindet sich der südlichste Campingplatz der Insel. Nur eine Düne trennt den windgeschützten Schlafplatz von dem kilometerlangen Sandstrand der Westküste. Es ist kurz nach Mittsommer. Der Himmel färbt sich bis Mitternacht rosa, gelb und blau. Die Natur ist friedlich und ruht im Sonnenuntergangslicht. Die Dünengräser tanzen im leichten Wind wie ein goldenes Meer. Immer wieder blitzt ein leichtes Licht auf... der Hörnumer Leuchtturm. Ich finde einen ruhigen Schlaf bei seichtem Wellenrauschen. </p><figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_e57a49b7907f4618996e05c438863ea8~mv2.jpg"></figure>
<figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_92e0c8ccea044c138dffacd771f9a739~mv2.jpg"></figure>
<figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_8c1fc644c10640558eaea78fd5d4fb6e~mv2.jpg"></figure>
<figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_87bb67ebd5c44e62958372421afc01ba~mv2.jpg"></figure><figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/a27d24_4978429545e24d2e8c6f71cce43e2ce9~mv2.jpg/v1/fit/w_497,h_654,al_c,q_80/file.png"  ></figure><p>Morgens mache ich mir einen Kaffee und laufe die 90 Meter über die Düne an den Strand. Es gibt doch kaum etwas Schöneres, als morgens nach dem Aufstehen, statt unter die Dusche, einfach in die Nordsee zu springen. Mit dem Salz auf meiner Haut, leicht brennenden Augen und wachem Geist, genieße ich meinen heißen Kaffee aus der Emailletasse und lasse den Tag mit dem Blick aufs weite Meer beginnen. </p>
<h3>FAKTEN - alles, was du über den Campingplatz wissen solltest</h3>
<p>Der Campingplatz Hörnum besteht aus zwei Plätzen, der für sieben Mietcaravans, 125 Touristen- Stellplätze und 84 Dauerstellplätze ausgelegt ist. Auf dem Dauerstellplatz steht man im Sand und kann auch nur mit der Hilfe der Campingplatzwarte an- und abreisen. Ich stehe auf dem kleineren Platz, ohne viel Sand, direkt an der Düne. </p><figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_722eed3e5934420bb99a3638bf4974dc~mv2.jpg/v1/fit/w_1000,h_1000,al_c,q_80/file.png"  ></figure><p>Die einzelnen Stellplätze sind überschaubar groß. Man hat trotz Hochsaison und nahezu voller Auslastung nicht das Gefühl auf einem überfüllten Platz zu stehen. Im Gegenteil. Es ist entspannt und das Miteinander ist freundlich und hilfsbereit. Die sanitären Anlagen sind nagelneu und sehr modern. Die Duschkabinen sind relativ groß und das Wasser wird heiß. </p>
<p>Die Anmeldung lief nach nordfriesischer Manier unkompliziert und trocken ab. WLAN gibt es auf dem ganzen Platz umsonst und die Verbindung ist erstaunlich gut. Ein Pluspunkt als digitale Nomadin. </p><figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_fb2b7b83752548ad8e72faab49355e99~mv2.jpg"></figure>
<figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_0751c07223ba4a4fafd9eb3c36d86d0e~mv2.jpg"></figure>
<figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_bbf88d78492b4583bccc916e47912716~mv2.jpg"></figure>
<figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_7447c4e8195d48a1a0b2539cb97146b1~mv2.jpg"></figure>
<figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_4700a06da09c4b35bbd9072d9bf3f0eb~mv2.jpg"></figure><p>Die Verpflegung auf dem Campingplatz stellt das Restaurant <a href="https://www.straend-sylt.de/" target="_blank" rel="noopener"><u>STRAEND</u></a>. Leider konnte ich es nicht selber erleben, da ich an den Ruhetagen vor Ort war. Ich habe aber nur Gutes gehört. Ansonsten gibt es viele Restaurants im Ortskern von Hörnum, den man nach einem etwa 20-minütigen Spaziergang erreicht. Hier hat man auch Einkaufsmöglichkeiten. Etwa im <a href="https://www.instagram.com/edekadehn_sylt/?hl=en" target="_blank" rel="noopener"><u>Edeka Dehn</u></a>, bei <a href="http://www.fisch-matthiesen-sylt.de/" target="_blank" rel="noopener"><u>Fisch Matthiesen</u></a> oder in der bekannten<a href="https://www.lund-sylt.de/" target="_blank" rel="noopener"><u> Bäckerei Lund</u></a>. </p>
<figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/a27d24_5b8b2fdce4cb496b9cad92f72291f805~mv2.jpg/v1/fit/w_1000,h_1000,al_c,q_80/file.png"  ></figure><p>Auch für das Shoppingerlebnis ist gesorgt. Die Strandstraße bietet viele kleine Geschäfte für Mitbringsel, Dekorationen und Kleidung (<a href="https://saltyelements.de/" target="_blank" rel="noopener"><u>Salty Elements</u></a>) - insbesondere für Syltliebhaber . Wenn man durch die kleine helle Straße läuft, überkommt selbst mir als Sylterin immer wieder ein wohliges Urlaubsgefühl. Ich mag es, wie verträumt die Menschen hier entlang schlendern und sich über die kleinen Dinge des Lebens erfreuen. Für mich ist es die Straße der Entschleunigung. </p>
<h3>Mein persönlicher Tipp für einen Tagesausflug vom Campingplatz Hörnum</h3><p>Nachdem ich meinen Kaffee ausgetrunken, und meinen Van von der nächtlichen Unordnung befreit habe, packe ich meinen kleinen Jutebeutel mit Sonnencreme und Wasser ein und laufe los. Meine kleine Tour für heute: Einmal um die Südspitze - auch Hörnum Odde genannt. </p>

<p>Ich laufe entspannt am Flutsaum entlang und tanze um die die Gischt*. Die Sonne brennt auf der Haut. Ich rieche das Meer, die Sonnencreme und den Sand. Der Strand um die Spitze sollte sich vor mir nun Kilometer für Kilometer verändern. Angefangen mit der Menschenleere nach dem Campingplatz, spaziere ich etwas weiter am FKK Strand entlang. Ich liebe die kleinen Rettungsschwimmerhäuschen, die Abschnitt für Abschnitt für ein sicheres Baden sorgen. </p>
<p><em>GISCHT - eines meiner Lieblingswörter</em></p>
<p><em>Die Gischt ist das weißliche Gemisch aus Wasser und Luft, das entsteht, wenn das Wasser natürlicher oder künstlicher Gewässer durch mechanische Einwirkung aufgewühlt wird. Derartige mechanische Einwirkungen können sein: starker Wind der Propeller oder der Bug eines Bootes oder Schiffes Fall aus großer Höhe</em> </p><figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_bbd2c37c916d4408922956f6c6d478ca~mv2.jpg/v1/fit/w_1000,h_1000,al_c,q_80/file.png"  ></figure><p>Etwa einen Kilometer vor der Spitze türmen sich die ersten Tetrapoden*, die einige Teile des Strandes zu kleinen Buchten formen. Schon als Kind habe ich es geliebt, auf den Tetrapoden zu klettern. Auch hier finde ich allerlei an Muscheln und Strandgut. Leider auch immer wieder Plastik und Müll, den ich einsammle, um ihn zu entsorgen. Es entfacht eine ungeheure Wut in mir so viel Müll an den Stränden zu finden und ich kann nur jeden bitten achtsam durch Mutter Natur zu gehen und Müll immer mitzunehmen. </p>
<p><em>TETRAPODEN - FYI</em></p>
<p><em>Tetrapoden sind Betonblocksteine, die in Küstenschutzbauwerken Verwendung finden. Die „Arme“ der etwa sechs Tonnen schweren Steine sind auf die Ecken eines imaginären Tetraeders ausgerichtet.</em></p>
<h3>Ich verweile einige Zeit in meiner kleinen Bucht, beobachte die Fischkutter vor mir, spiele im Flutsaum mit dem Sog der Wellen und genieße das Glück und den Moment. Die Nordsee ist leicht aufgewühlt, schmeckt salzig und ich sehe den weißen Film auf meiner Haut. Wenn das passiert weiß ich immer, dass ich zu Hause bin. </h3><figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_5f4c29580b6b450e8652c205e8ee7730~mv2.jpg/v1/fit/w_1000,h_611,al_c,q_80/file.png"  ></figure><p>Ich laufe weiter den Weststrand entlang, zur Linken die üppige Dünenlandschaft mit dem unverwechselbaren Leuchtturm und ein paar reetgedeckten Dächern, zur Rechten im Wechsel die wilde Nordsee und die Tetrapoden, an denen sich die Wellen brechen. Es ist laut. Es wird leerer. Wer der Meinung ist, dass Sylt zur Hochsaison immer und überall überfüllt ist, sollte sich die Zeit nehmen, um um die Odde zu spazieren. </p>

<p>Nach etwa vier Kilometern habe ich die Spitze erreicht. Ich blicke auf Amrum und Föhr. Sehe die wilde Westseite und erahne bereits die leise Ostseite. Hinter mir erstreckt sich ein weiter Strand, der zu Sturmzeiten leider von der See überflutet wird. Oft hört man davon, dass der südlichste Teil der Insel droht sich vom Land zu trennen. Der Klimawandel und der steigende Meeresspiegel tun hier zu bei. </p><figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_1f3a462e828446c38d574c305ca630c2~mv2.jpg/v1/fit/w_1000,h_1000,al_c,q_80/file.png"  ></figure>
<figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_9a706c8ee11f45219eb1df0e64b806a0~mv2.jpg/v1/fit/w_1000,h_1000,al_c,q_80/file.png"  ></figure><p>Die Ostseite von Hörnum: Das Meer ist ruhig, kein Wind, kein Getose. Absolute Stille. Und vor mir ein wunderschönes Naturschauspiel. Tausende kleine Fische schwimmen in Schulen durch das glasklare glitzernde Meer. Wenn sie springen, glitzern sie mit dem Meer um die Wette. Einige, so auch ich, heben die Fische auf, die leider etwas zu waghalsig unterwegs waren, und mit den seichten Wellen an Land gespült werden. Wir werfen sie wieder zurück zur ihren Familien und laufen weiter Richtung Hafen. </p>

<p>An der Ostseite Hörnums erstreckt sich eine helle Promenade, die mit dem kleinen Restaurant und <a href="https://www.suedkap-surfing.de/" target="_blank" rel="noopener">,,<u>Kiosk Südkap</u></a> beginnt, und mit der Creperie am Segelclub am Hafen endet. Hier am Südkap gönne ich mir nach sechs Kilometern Strandspaziergang ein Fischbrötchen und ein Alster in der Sonne. Wer möchte, kann hier auch SUPs ausleihen, einen Kitesurf Kurs machen oder Wellenreiten lernen. Die Fußgelenke schmerzen etwas durch den ungewohnten Gang durch den weichen Sand, aber das das Herz lacht und tanzt wegen der gewonnenen Eindrücke dieser einzigartigen Natur im Süden Hörnums. </p>


]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Baltic Sea Circle Rallye 2019]]></title><description><![CDATA[Die Landschaft war wild, sie war rau. Ungebändigt und wunderschön. Endlos und fremd. Wir waren ehrfürchtig und dankbar, diese Natur erleben ]]></description><link>https://www.heyjoedesign.de/post/baltic-sea-circle-rallye</link><guid isPermaLink="false">5ddaf8caa04ef400174244d3</guid><category><![CDATA[Roadtrips]]></category><category><![CDATA[Vanlife]]></category><pubDate>Sat, 04 Jul 2020 20:40:26 GMT</pubDate><enclosure url="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_c817e8532c90445caeec18daf5895faf~mv2.jpg/v1/fit/w_1000,h_1000,al_c,q_80/file.png" length="0" type="image/png"/><dc:creator>Esther Jörgensen</dc:creator><content:encoded><![CDATA[<p><strong>In einem 20 Jahre alten Van 8000 km in 16 Tagen, durch 10 Länder Nordeuropas, ohne GPS, ohne Autobahnen. Das ist die Baltic Sea Circle Rallye. </strong></p>

<p><strong>Der Start in Hamburg</strong>
Mit einem Van, der von oben bis unten voll geklebt mit Sponsoren-Stickern war und ausgerüstet mit einem Dachzelt von 3Dog Camping, rollten zwei völlig überdrehte Blondinen am 15.06.2019 in ihren olivgrünen Anzügen zu Beyoncés „Who run the World?“ über die Startrampe am Hamburger Fischmarkt - ab in das größte Abenteuer unseres Lebens, auf den unvergesslichsten Roadtrip, die nördlichste Rallye dieses Erdballs - und wir verfuhren uns prompt noch in Hamburg. Tatsächlich können wir uns beide an keine vergleichbare Situation in unserem Leben erinnern, in der wir so aufgeregt und glücklich waren. Wir rollten Richtung Dänemark, in unserem Van. Nach all den Ups and Downs, endlich in den Norden. Wir beide, mit 30 Playlists im Gepäck und unserem Vanlife-Traum. Die Baltic Sea Circle Rallye. </p>
<figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_9a02ae4551824324bdea22c12400e014~mv2.jpg"></figure>
<figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_a8fb6adf52214709ad557925e0f169f3~mv2.jpg"></figure>
<figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_88bf3c03d0e5422c9654a4049176bbe9~mv2.jpg"></figure>
<figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_d866894fbc734764a435a996ee80c0dc~mv2.jpg"></figure>
<figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_9f30a854f24e45a5b91c021635433e1a~mv2.jpg"></figure>
<figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_e9eb26de05ea4296876d670caf5897c3~mv2.jpg"></figure><p>
<strong>DÄNEMARK</strong>
Auf der Fähre von Puttgarden nach Rodby haben wir zum ersten Mal die raue Ostseeluft eingeatmet. An Deck peitschte uns der Wind um die Ohren: „Steife Brise, geile Frise“, und wir genossen den Moment. Um uns herum waren auch andere Rallyeteilnehmer. Es war eine Aufbruchsstimmung, voller Vorfreude und Abenteuerlust. Aber es schwebte auch ein Gefühl der Gelassenheit in der Luft, weil die große Reise endlich los ging. Monatelange Vorbereitungen, schlaflose Nächte, vor allem vor dem Start, und jetzt endlich „on the road“!
Wir rollten von der Fähre runter Richtung Malmö, womit unsere Dänemark Erfahrung auch schon endete. Über die Brücke, ab ins Land Nummer 2: Schweden!

<strong>SCHWEDEN</strong>
Das friedliche Land voller Seen und Wälder, süßen bunten Häuschen und netten Menschen. Die erste Challenge unseres Roadbooks führte uns nach Ales Stenar an die südliche Spitze der Küste Schwedens. Der Superlative Adventure Club, über den die Rallyes ausgerichtet werden, stellt jedes Jahr für jede Rallye ein sogenanntes Roadbook zusammen, durch das die Rallyeteilnehmer mit der Kultur und den Einheimischen der jeweiligen Länder in Kontakt treten können. Jeden Tag gibt es eine Aufgabe, die mehr oder weniger auch die Route vorgibt. Am ersten Tag stand die Wikinger Taufe auf dem Programm. Als Vikings-Fans ein absolutes "Must-Do" für uns. Hierfür sind wir zu einem Wikinger Denkmal gewandert, das auf einer Steilküste errichtet wurde. Über Wiesen, durch Kuhherden und mit einigen Windböen erreichten wir also diesen Steinkreis.

Die Kulisse war atemberaubend schön. Die untergehende Sonne drückte sich durch die dicken Wolken und die weiten Felder wurden in ein rosa-gelbes Licht gehüllt. Das Grün der Felder leuchtete und die Weite der Ostsee fühlte sich unendlich und mächtig an.</p><figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_318b258ef4ee4d9a9c9ae96e3ae88cd7~mv2.jpg/v1/fit/w_1000,h_1000,al_c,q_80/file.png"  ></figure><p>Nachdem wir dieses romantische Naturschauspiel genossen haben, machten wir uns an die Challenge - die Wikinger Taufe. Man nehme einen schwedischen Ast, dänischen Sand, „Schweden Eisen“, Ostseewasser und stapelt diese Dinge auf dem Rücken des werdenden Wikingers, der auf allen Vieren neben einem Stein hockt und lässt ihn einmal um den Stein krabbeln. Fertig!
Die Szenerie war einzigartig skurril. Man stelle sich vor, wie etwa 30 Menschen im friedlichen Sonnenuntergangslicht um Steine herumkrabbeln, während neben ihnen die wilden Kühe genüsslich ihr Gras kauen. Nur ein Bild unserer 16-tägigen Reise um die Ostsee, dass wir nicht vergessen werden.

Auf dem Rückweg liefen wir durch verwachsene Feldwege und Mohnblütenfelder, die durch das lila Licht aussahen, als würden wir durch einen wahrgewordenen Traum laufen. Wir suchten uns das erste Plätzchen für die Nacht in unserem Dachzelt. Da wir im Land des „Jedermannsrecht“ waren, war uns klar, dass wir nur wildcampen würden. In einer kleinen Lichtung im Wald schlugen wir das erste Lager auf. Das Jedermannsrecht (‚Allemansrätt‘) gibt dir das Recht, dich in der skandinavischen Natur frei zu bewegen und zu schlafen. Nur einer der Gründe, weshalb man hier hin auswandern sollte.</p><figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_ca9db5b41e764e6aa597a5b8594e0b9f~mv2.jpg/v1/fit/w_1000,h_1000,al_c,q_80/file.png"  ></figure><p>Aus frisch gemahlenen Kaffeebohnen brühten wir unseren Wachmacher in einer French Press und bereiteten uns auf den zweiten Rallye Tag vor. Weiter gen Norden, ohne GPS und Autobahnen, lediglich eine überdimensional große Karte sollte uns den Weg weisen. Einer fuhr, der andere navigierte. So lief es die meiste Zeit der Rallye.


Unser nächstes Etappenziel war der Wald von Kyrkö Mosse. Dort hat ein Mann einen Autofriedhof errichtet. Oder alte Autos in den Wald gestellt und vergammeln lassen. Wir wussten beide nicht so recht, ob das jetzt ein Andenken war, oder viel Blech und Rost. Auf jeden Fall besagen Legenden, dass ein vergammelter Bus in diesem Wald der ehemalige Tour Bus der schwedischen Band ABBA ist. Wir sind bekennende ABBA Fans und haben zu gerne die Tageschallenge mit einem Foto in diesem Bus abgeschlossen.

Danach hatten wir nur noch ein Ziel: möglichst bald einen See zum Baden finden. Da wir uns schon vor der Rallye darauf einigten, keine Campingplätze anzufahren, machten wir Seen zu unserem täglichen Hygieneritual. Und das war wunderbar. Wir fühlten uns lebendig und frei. Und hatten immer noch so viele Tage mit diesem Gefühl vor uns.

Die Nacht verbrachten wir an einem kleinen abgelegenen See zwischen den größten Seen Schwedens: Vännern und Vättern. Wir fanden diesen Camping Spot zufällig, als wir einen Weg durch den Wald erahnten, der zu einer kleinen Lichtung mit See und Steg führte. Als wir unser Nachtlager mit einem anderen Rallyeteam errichteten, drückte sich wie am Tag zuvor die Sonne durch die dicken Wolken und der See spiegelte den riesigen Wald auf der Wasseroberfläche wider. Unser Camping Spot war in ein einzigartiges Licht aus blau, gold und rosa gehüllt. Man fühlte die Natur und wurde immer gelassener. 

Nach dem Baden bereiteten wir ein wunderbares Abendessen für sechs Leute in unserer Küche im Van vor. Ein Rallyeteilnehmer nutze die Gelegenheit und angelte. Wir tranken Wein und freuten uns über diesen besonderen Campingspot und die Sonne, die uns in der Abenddämmerung wärmte. Bereits jetzt merkte man, dass man sich kurz vor der Mittsommerwende auf der Nordhalbkugel befindet. Die Dämmerung dauerte ewig und so richtig dunkel wurde es doch nicht.</p><figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_4d7a228b08a045fa8f81d059f3aef60c~mv2.jpg/v1/fit/w_1000,h_1000,al_c,q_80/file.png"  ></figure><p>Gemeinsam haben wir auf dem Steg gegessen und angestoßen, auf diesen grandiosen Abend, der immer besser werden sollte. Mit vollgeschlagenen Mägen beschlossen wir, das Boot am Ufer zu kapern und eine Runde über den See zu schippern. Nachtbaden, Musik, ausgelassene Stimmung und immerzu kleine Bootfahrten machten diesen Abend zu einem der schönsten während der gesamten Rallye. Wir fühlten uns überschüttet von positiven Emotionen und waren so dankbar für die Momente, die wir bis zu diesem Zeitpunkt bereits erleben durften.</p><figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_476fb6dc9dc04c88b6fe92398ac01c23~mv2.jpg/v1/fit/w_1000,h_750,al_c,q_80/file.png"  ></figure><p>Nach einer sehr kurzen Nacht mit ein bisschen zu viel Wein und Gin, erfrischten wir uns mit einer Morgendusche im See, bereiteten Frühstück für unterwegs vor und rollten in bayrischer Lederhose weiter Richtung Norden. Tag Nummer drei und der letzte Tag in Schweden. Schon jetzt merkten wir, dass es absolut keinen Sinn machte, irgendwas zu planen. Wir wussten nicht, wie weit wir kommen würden, wo wir schlafen würden, was wir essen würden, wen wir treffen würden. Spontanität war das Zauberwort.

Also fuhren wir spontan weiter durch die friedliche Natur Schwedens und durch kleine, verträumte Dörfer. Unsere Aufmerksamkeit wurde immer wieder auf kleine Schilder am Straßenrand gelenkt. „Löppi“. Was für ein süßes Wort. Und was ist so ein Löppi eigentlich? Nach dem vierten Schild hielten wir an und gingen unserem neuen Lieblingswort auf die Spur. Ein Löppi ist ein kleiner, einfacher Flohmarkt drinnen oder draußen, auf dem man Krims Krams und Antikes kaufen kann. Die Schweden sind halt einfach ein niedliches Völkchen.
Die heutige Challenge sollte uns für einige Zeit trennen. „Car Pool Switch“ war angesagt. Und jetzt erzählen wir euch ein kleines Wunder. Schon vor dem Start haben wir ein Team kennengelernt, das den ersten Unimog durch die Sommerrallye lenken würde. Wir stehen auf große Autos und mächtige Räder (RIP DANGER) und haben uns nichts sehnlicher gewünscht, als einmal UNIMOG zu fahren. Was sind wir nur für Glückspilze. An einem sonnigen Straßenrand mitten in Schweden stand er. Wir hatten zu diesem Zeitpunkt seit mehreren Stunden kein anderes Rallye Auto gesehen. Und dann fahren wir in die großen Arme dieses wunderschönen Autos. DANKE LEBEN!</p><figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_380c6341d5994e279e7160a1a8fb5dde~mv2.jpg/v1/fit/w_1000,h_750,al_c,q_80/file.png"  ></figure><p>Völlig überdreht sprangen wir aus Armadillo und forderten den sofortigen Beifahrerwechsel. Die Männer waren überrascht, fanden es aber auch sehr witzig. So fuhren wir den restlichen Tag mit dem Unimog Team durch Schweden. Es war ein bisschen wie fliegen, von soweit oben den Überblick über jedes Auto zu haben, auf gleicher Höhe mit den Vögeln in den Bäumen und LKW-Fahrern, die einem entgegenkamen.

Wir fuhren Richtung Örebro, in die Nähe der norwegischen Grenze. Die Natur veränderte sich spürbar. Die Sonne stand länger tief, die Wälder wurden nadeliger und Felsen gröber. Die Straßen waren lang und verträumt. Esther fuhr irgendwann mit Blues Musik und JP in Armadillo, während Heiko mit Anne im Unimog fuhr und sich Geschichten über Adler, Bienen und Pilze sammeln erzählten. Esther studierte die Karte und navigierte voraus, an einen wunderschönen See, über dem gerade die Sonne versuchte unterzugehen. Eigentlich verschwand sie nur kurz hinter den mächtigen Bergen am Horizont. Wir waren schon so weit nördlich, dass es nicht mehr richtig dunkel wurde. Es war eine sechsstündige Dämmerung. Der See ruhte in sich. So wie wir. Unsere Blicke verloren sich in der Szenerie des Abendlichts und wurde nur durch die kleinen Sprünge von Fischen unterbrochen.

Hier mussten wir unsere tägliche See-Dusche leider ausfallen lassen, da aus unerklärlichen Gründen die Temperatur so rapide sank, dass wir im Minutentakt eine Schicht Klamotten mehr anziehen mussten. Wir waren noch nicht mal am Polarkreis und froren dennoch wie in der Arktis. Gefühlt. Andere Rallyeteilnehmer, nur 30 km von uns entfernt, klagten über Mückenschwärme, die das Rausgehen unmöglich machten. Aber nicht über Kälte.

Am nächsten Morgen schälten wir uns aus unseren zehn Schichten Klamotten, als die Sonne auf das Dachzelt zielte und die Wärme in uns hochschoss. Es waren noch 60 Kilometer bis zur norwegischen Grenze und eine Challenge war noch zu erledigen. Wir mussten eine Dose Surströmming kaufen, öffnen, und 200 km im Auto transportieren. Kleine Info zu dieser schwedischen Delikatesse: Surströmming (schwedisch „saurer Hering“) ist eine schwedische Fischspeise, die durch Säuerung konserviert wird. Sie riecht „intensiv; faulig und stinkend“. Manch einer hat vielleicht schon mal ein Video auf YouTube gesehen, wie Menschen an diesem Fisch riechen und unmittelbar einen extremen Würgereiz verspüren. Wir waren tatsächlich sehr gespannt auf diesen Geruch.</p><figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_59de461520d1419f95e280cb544e95fa~mv2.jpg/v1/fit/w_1000,h_1000,al_c,q_80/file.png"  ></figure><p>Kurz vor der Grenze fanden wir den süßesten kleinen Supermarkt und kauften diese gelb-rote Dose inklusive Dosenöffner, den wir nicht verstanden und deswegen einen freundlichen Schweden auf seiner Veranda um Hilfe gebeten haben. Ok. Es ging los. Wir zogen den Deckel zur Seite und nahmen beide eine Nase... Hm. Wir wollen nicht angeben, aber... Das haben wir uns viel schlimmer vorgestellt! Natürlich riecht es nicht angenehm. Aber manch Fischgeruch an irgendwelchen Häfen ist um einiges schlimmer. Ab ins Auto mit dem Surströmming und ab über die Grenze, hinein in das Land der Berge, Wasserfälle und Trolle: Norwegen!



<strong>NORWEGEN</strong>
Die ersten 100 Kilometer durch Norwegen waren wir fast allein. Eventuell kamen uns zwei Auto entgegen, die wir aber kaum bemerkten. Die Straßen waren endlos. Die Berge riesig. Durch die Schmelze entstanden überall Wasserfälle. Ein atemberaubendes Spektakel der Natur. Man merkte sofort, dass man hier in einem neuen Land war. Wir nutzten viele Gelegenheiten, um über Felsen zu klettern und einen Blick auf einen neuen Wasserfall zu erhaschen. Tatsächlich waren sie hier im Gegensatz zu dem, was wir noch erleben würden, recht klein. Dennoch, wieder ein wunderbares Gefühl im Einklang mit der Natur.

Der heutige Weg war einer der längsten. Wir hätten unsere Nerven wohl verloren, wenn wir nicht immer wieder durch die Natur entschädigt worden wären. Denn es war auch einer der schönsten Wege während der Rallye. Unser heutiges Ziel: Bodö. Von dort aus sollte es mit der Fähre weiter auf die Lofoten gehen.

Auf dem Weg über den Arctic Circle machten wir eine der unvergesslichsten Erfahrungen unseres Lebens. Ja, wir können das so sagen, weil wir es wirklich so gefühlt haben. Die Straße durch den Norden Norwegens hat sich so in unser Herz gebrannt, dass wir sie nie vergessen werden. Es gab nichts Bestimmtes. Nur das Hier und Jetzt, nur die Straße, wir beide, und die unberührte arktische Natur um uns herum.</p><blockquote>Die Landschaft war wild, sie war rau. Ungebändigt und wunderschön. Endlos und fremd. Wir waren ehrfürchtig und dankbar, diese Natur erleben zu können. Das Gefühl war wie eine wilde Welle, die uns bewegte und dennoch in diesem Moment innehalten lies. </blockquote><p>Wir spürten, dass wir sehr weit über dem Wasserspiegel waren. Hier und da türmten sich kleine Schneehügel in den Kuhlen der felsigen braunen Landschaft. Am Horizont erstreckten sich massive Bergketten, deren Spitzen vom Schnee bedeckt waren. Einige Sonnenstrahlen schafften es durch die Wolkendecke und hüllte die kühle Natur in </p><figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_c63af1a9b607404ab03cd5e098676afb~mv2.jpg/v1/fit/w_1000,h_1000,al_c,q_80/file.png"  ></figure><p>ein wärmendes Licht. Die Luft war eisig und klar. Wir stellten uns in die Mitte dieser leeren endlosen Straße und genossen den unendlichen Moment voller Gefühle, die wir so nicht kannten.</p>

<p>Unsere Körper waren voller Euphorie und Glückshormone. Wir wollten mehr erleben. Immer mehr. Wir fuhren weiter in Richtung der Berge und sahen von der Straße aus, eine Hängebrücke über einem wilden Fluss. Die Wassermassen tobten unter unseren Füßen hindurch. Unser Gedanke: Wir sind so weit oben... das Wasser muss von irgendwo herunterfallen. Wo ist der Wasserfall? So rollten wir mit Armadillo weiter, der Surströmming war zu diesem Zeitpunkt übrigens schon seit 6 Stunden in unserem Auto. Aber man gewöhnt sich halt an alles.
Wir suchten nach dem Wasserfall, stolperten Trampelfade hinunter, sprangen über Felsen und landeten schließlich wieder an dem wilden Fluss. Das Wasser leuchtete an manchen Stellen türkisblau, an anderen sprudelte der weiße Schaum. Im Hintergrund ruhte eine dunkelgrüne Wand aus Tannen und dahinter türmten sich die massiven steilen Berge. Wir verweilten einen Augenblick, um die Eindrücke der letzten Stunden auf uns wirken zu lassen und nahmen die letzte Etappe in Angriff.</p><figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_0d0cd40cab7d4e458f0d1d4e47adecb6~mv2.jpg"></figure>
<figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_e00a7111a8c5491bb82ba998e9d5c803~mv2.jpg"></figure>
<figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_2cf922c93fa348fe9efdd27c3d33d923~mv2.jpg"></figure>
<figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_817de138d9eb46c4b8356c980f0e49dd~mv2.jpg"></figure><p>
Jetzt ging es im goldenen Sonnenlicht der nicht untergehenden Sonne über die Berge an friedlichen Fjorden entlang, durch die Felsen, hoch und runter. Man kann es nicht beschreiben. Man muss es erleben. Und ein jeder würde sich so schlagartig in die wilde Natur verlieben wie wir. Nachdem wir uns noch einmal verfahren haben, aber dafür mit einem riesigen Elch die Straße teilen durften, stellten wir uns an der Autoschlange für die Fähre auf die Lofoten an. Ausschließlich Rallye Autos reihten sich hier ein. Die einen versuchten zu schlafen, die anderen feierten wilde Partys auf den leeren Spuren, weitere schraubten an ihren Autos und noch andere tranken einfach gemütlich ihr Bier. Es war fast Mitternacht und immer noch taghell.

Wir gesellten uns zu einer Truppe Männer: Die Teams Wartburgpiloten und Baltic Fire. Ja, diese Rallye wird prozentual von Männern dominiert. Wir zählten bei 280 Teams nur drei andere reine Frauen Teams. Es wurde Kaffee aufgebrüht, von unseren Abenteuern der letzten Tage erzählt und währenddessen warteten wir auf die nächste Fähre, die um drei Uhr nachts ablegen sollte.
Als vorletztes Auto rollte Armadillo über die Verladerampe. Ein Glück! An Deck genossen wir die Szenerie der „nächtlichen“ Dämmerung über Bodö und schliefen Fuß an Fuß auf einer Bank ein. Es gab auch noch andere freie Bänke, aber wir wollten lieber beieinander sein auf dem Weg zu unserem persönlichen Highlight Ziel: die Lofoten!</p><figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_dc4ab3e7c7c44496802b53c691577d7f~mv2.jpg/v1/fit/w_1000,h_1000,al_c,q_80/file.png"  ></figure><p>
<strong>LOFOTEN (Norwegen)</strong></p>
<p>Nach 3 Stunden wachten wir durch ein lautes dröhnendes Geräusch auf. Sofort liefen wir an Deck, um die ersten Eindrücke der Lofoten aufzusaugen. Es war 6 Uhr morgens und die Wolkendecke hing noch tief in den Gebirgsketten. Die Luft war rau und kühl, doch konnte man schon einen Blick auf die ersten roten Fischerhäuschen erhaschen, die über dem Wasser ragten. Diese Bilder, die man nur von Fotos kennt, und jetzt ist man selbst hier. Unwirklich!</p>
<p>Noch recht verschlafen fuhren wir nach Reine und stellten uns für einen letzten Powernap an eine kleine Bucht. Als wir nach zwei Stunden wieder aufwachten, brühten wir uns einen frischen Kaffee auf und zogen uns kuschelige Klamotten an. Wir schauten auf eine Bucht mit einem spitzen Berg dahinter aufragend, den man von vielen touristischen Magazinen über die Lofoten kannte, den Reinebringen. Davor schlief das kleine Dorf mit gerade einmal 300 Einwohnern, Reine. Es ist bekannt als eines der schönsten Dörfer auf den Lofoten und hat besonders viele der charakteristischen roten Fischerhütten („Rorbuer“), die zur Hälfte auf Stelzen stehend ins Meer ragen. Neben uns hingen tausende Fische, auch Skrei oder Stockfisch genannt, zum Austrocknen an hölzernen Dreieckskonstruktionen, unter denen man durchlaufen konnte. Hob man den Kopf, konnte man direkt in die aufgerissenen Mäuler der norwegischen Delikatesse schauen. Der Geruch war neuartig, nicht besonders schön, aber irgendwie doch.</p><figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_29b919c83f7641a2a03144904b073649~mv2.jpg/v1/fit/w_1000,h_1000,al_c,q_80/file.png"  ></figure>
<figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_f8b609bb24f44278ae03260f91b392d9~mv2.jpg/v1/fit/w_1000,h_1000,al_c,q_80/file.png"  ></figure><p>Wir genossen unseren Kaffee mit Blick auf diese einmalige Szenerie und planten unseren Wandertrip. Unser Ziel: der Kvalvika Beach. Einer der schönsten Strände der Lofoten, umhüllt von schroffen dunklen Felsen. Der Wanderweg war steinig und steil, doch wir wussten, dass sich der Blick lohnen würde und kletterten hoch. Wieder schlich sich ein Gefühl von Ehrfurcht ein. Diese riesigen dunkelgrauen Felswände zu unseren Seiten schienen sich fast zu bewegen und die Felsen, die wir hochkletterten, waren teilweise größer als wir selbst.
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<p>Nach etwa 30 Minuten erreichten wir die Spitze des Wanderweges und hielten inne. Wir blickten auf eine Bucht mit weißem Sand und türkisblauem Meer, halb umrundet von dunklen und massiven Bergen, die steil und gewagt auf den friedlichen Strand ragten. Als wir die sanfte Brandung erreichten und mit nackten Füßen im weichen kalten Sand standen, fühlten wir uns unglaublich gut und zugleich ganz klein. Wir hatten das Glück an diesem wunderbaren Fleckchen Erde zu stehen. Die Natur war atemberaubend und nahezu unangetastet.</p>

<p>Wir sagen nahezu, weil wir auch hier mit Bedauern sehen mussten, wie viel Plastik durch das Meer an den Strand gespült wird. Es gab eine große Sammelstelle, auf die wir auch noch weitere Plastikgegenstände legten. So wurde dieser schöne Moment am Strand von Kvalvika auch ein Moment von Betroffenheit. Einen Ort wie diesen, so abgelegen und außergewöhnlich, voller Müll zu sehen, traf uns sehr. Und wir waren uns einmal mehr sicher, während der Rallye für die richtigen Organisationen Spenden zu sammeln: die Plastik Crew Sylt, die sich für eine saubere, plastikfreie Insel einsetzt, über die Plastikfluten aufmerksam macht und Alternativen zur Plastikvermeidung aufzeigt; und DEEPWAVE e.V. - die Meeresschutzorganisation, die sich besonders für den Schutz der Meeresbewohner einsetzt.</p><figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_f54dedb7c74c458c9872d6cfc622d75d~mv2.jpg"></figure>
<figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_0df05ee5182d4cd2b17142d0b2bc98eb~mv2.jpg"></figure><p>Wir machten einen kleinen Spaziergang durch den hellen Sand, spürten das Polarwasser an unseren Füßen und sprachen über die zwei Surfer, die an diesem Strand mehrere Monate überwinterten. Sie bauten sich eine kleine Hütte aus Holz und Steinen auf einer Erhöhung in der Nähe der großen Felsen. Wir fanden die Hütte, deren Eingang von einer massiven runden Holzplatte geschützt wurde. Der Innenraum war eher höhlenartig, zusammengeschustert aus allem, was Mutter Natur in dieser Gegend hergab, oder was vom Wind und Meer ans Land gespült wurde. In der etwa 4 Quadratmeter großen „Hytta“, wie sie sie selbst nannten, waren hunderte Verewigungen von „Pilgern“, die von dem mutigen Ausstieg der beiden jungen Männer beeindruckt und inspiriert waren. Es lag noch alles genauso da, wie sie es verlassen haben. Stifte, Bilder, Erinnerungen, Dosen mit Essen, Briefe, selbst ein T-Shirt hing noch über dem kleinen Ofen mit Schornstein. Es war beeindruckend, mit wie viel Ehrfurcht und Respekt dieser Ort behandelt wird. Am liebsten hätten wir jede kleine Botschaft gelesen und jeden kleinen Gegenstand unter die Lupe genommen. Man kann sich kaum vorstellen, wie viel Nippes und Text in einem so kleinen Raum über die Jahre zusammenkommen. Fast so, als würden immer noch Menschen darin wohnen.
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<p>Wir machten uns auf den Rückweg, um noch weitere Orte der Lofoten zu erkunden. Am liebsten hätten wir jeden einzelnen Stein, Sandkorn, Grashalm und Stockfisch dieser Insel kennengelernt, aber es blieben uns nur etwa 40 Stunden, um den Ort zu sehen, der womöglich der schönste Ort auf der gesamten Rallye für uns war. So war unser nächstes Ziel der Haukland Beach. Wieder ein Strand, der wie eine Bucht von Bergen umhüllt war. Wir liefen zuerst durch einen Mix aus Sand und Gras, stiegen über mehrere Schafe und erfreuten uns über Lämmer, bevor wir auf große, weiche, helle abgerundete Steine sprangen, die sich über die gesamte Bucht erstreckten. Das türkisblaue Wasser peitschte gegen diese einzigartigen Felsformationen und riss uns teilweise mit. Wir klettern gerne auf Felsen hinauf, die dann von Wellen erfasst werden und wundern uns hinterher, warum unsere Füße und Beine ständig nass sind.
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<p>Das Licht war hell, die Wolken waren weiß. Die Meeresbrise war frisch und klar. Wir hätten am liebsten noch Stunden hier verweilt. Doch der Plan war ein anderer. Während der Rallye um die Ostsee gibt es zwei große Veranstaltungen, bei denen sich alle Rallye Fahrer treffen, trinken und feiern. Die erste war in Hov, ein Ort nördlich auf den Lofoten. Es war der 19. Juni, kurz vor Mittsommer. Wir blickten über einen kleinen hellen Strand bis an den Horizont, über dem die Sonne die ganze Nacht lang zu sehen sein sollte. Wir grillten gemeinsam, spielten Wikingerspiele und schwitzen in der Sauna. Gegen 23 Uhr wurde zum Nachtbaden geladen. Alle, die mutig oder verrückt genug waren, sollten in das 10°C kalte Polarmeer springen. Das wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen und reihten uns ein. Als alle in Richtung Wasser liefen, wurden unsere Körper von Adrenalin und einer animalischen Macht befallen. Wir brüllten, rannten und stürzten uns ins kalte Nass. Das Meer war so kalt, dass es weh tat, doch unsere Körper wollten mehr und wir sprangen noch ein zweites Mal hinein. Danach wärmten wir uns am riesigen Lagerfeuer. Wir waren vom Scheitel bis zu den Fußspitzen euphorisiert. Das ist Leben! So soll es sein. So fühlt es sich an!
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<p>Um 24 Uhr haben wir gemeinsam mit anderen Rallyefreunden in Esthers Geburtstag rein gefeiert. Die Stimmung war ausgelassen und entspannt. In dicke Klamotten gehüllt, prosteten wir uns am Lagerfeuer zu und genossen den Abend im kühlen Sonnenlicht. Was für eine wundervolle Nacht!
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<p>Am nächsten Morgen ging die Fahrt durch die norwegische Postkartenlandschaft weiter. Wir fuhren auf die kleine Insel Henningsvaer, ein kleines Fischerdörfchen mit dem wohl berühmtesten Fußballplatz der Welt. Denn er passt genau auf eine kleine Halbinsel und sieht besonders aus der Luft skurril und unwirklich aus. Wir schossen ein paar Bälle ins Tor und hatten damit die Challenge des Tages erledigt. Weiter gen Norden Richtung Tromsö führten uns die Serpentinen wieder einmal durch eine sagenhaft schöne Natur. Die Berge wurden immer höher, die Fjorde immer weiter, die Luft immer kühler und die Sonne immer heller.
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<p>Auf einer einsamen Straße irgendwo in der Wildnis von Nord-Norwegen mussten wir anhalten und auf einen Parkplatz fahren. Die Schönheit, die sich dort vor uns erstreckte, war kaum auszuhalten. Ein riesiger See blitzte in tausenden Blautönen und dehnte sich bis zum Horizont aus, an dem sich eine beeindruckende Bergkette aufbaute. Die Szenerie wird auch als subarktische Wildnis bezeichnet, und erstreckt sich durch den ganzen Norden von Norwegen, Schweden, Finnland und Russland. Es ist die Heimat der nordeuropäischen Ureinwohner: die Sami. Ihre Heimat nennt sich Lappland. Die einstigen Nomadenvölker besitzen auch heute noch häufig Rentierherden und leben in ihren Jahrhunderte alten Bräuchen. Die Sámi sind ein indigenes Volk, das früher „Lappen“ genannt wurde und bedeutet so viel wie „Sumpfleute“. Die Sami Bevölkerung macht nur etwa 4% der Gesamtbevölkerung aus und wird daher als Minderheit bezeichnet.
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<p>Wir hielten an einigen kleinen Sami-Souvenirläden, tranken frischen Kaffee, der in einem Zelt überoffenem Feuer gebrüht wurde, und kauften uns kleine Andenken. Allein um diese Kultur noch mehr zu ergründen, würden wir gerne wiederkommen und in einem der Sami Dörfer leben.</p>
<p>Je nördlicher wir kamen, desto kühler wurde es. Dennoch wollten wir weiterhin wildcampen und suchten mit einem befreundeten Team den nächsten Spot für die heutige Nacht. Wir hörten von den Lyngenalpen, die sich kurz hinter Tromsö an den vielen Fjorden erstrecken und atemberaubend schön sein sollten. Wir fuhren über Schotterpisten und abgelegenen Wegen auf ein Feld direkt am Meer, auf dem Stockfisch getrocknet wurde. Der Anblick, der sich uns dann eröffnete, ist eigentlich unbeschreiblich. Die derzeitige Ebbe lies vereinzelt große Felsen aus dem Polarmeer ragen. Die Sonne blitzte hinter den Bergkuppen der Lyngenalpen hervor. Wir waren umrundet von diesen wunderschönen weißen Giganten. Nur dort, wo die Sonne während der Nacht über den Horizont gleiten würde, öffnete sich die Bergkette und der Horizont wurde sichtbar. Das Licht war golden, die Natur spiegelte sich verschwommen in der ruhigen Ebbe des Polarmeeres, die herausragenden feuchten Felsen glitzerten im Sonnenlicht und das Dünengras am Ufer färbte sich goldgelb. In der steinigen Bucht schaukelte ein kleines Ruderboot, diesmal leider befestigt, so dass wir keine Möglichkeit hatten, wieder aufs Gewässer hinaus zu schippern.
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<p>Wir bereiteten wieder einmal ein Abendmahl der Extraklasse in unserer kleinen Van Küche vor und schmückten unseren Camping Ground mit Tischen, Stühlen, Decken, Fackeln und Kerzen. Wir verweilten wahrscheinlich acht Stunden hier und gingen erst früh morgens zu Bett. Wenn die Sonne nicht mehr untergeht, ist auch der Schlaf nicht mehr so wichtig. Wenn es nur immer so sein könnte.</p><figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_66db342490da4aab8d3aa4eb5ed032a7~mv2.jpg"></figure>
<figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_c817e8532c90445caeec18daf5895faf~mv2.jpg"></figure><p>Das Ziel unseres nächsten Tages war das Nordkap, der nördlichste Punkt Europas. Wir ahnten noch nicht, was für Strapazen dieses Vorhaben mit sich bringen würde. Aber wir fangen von vorne an. Unsere Route führte uns durch die Stadt Alta, die dafür bekannt ist, dass man hier im Winter besonders viele Nordlichter sehen könne. Wir fuhren an einem Schild vorbei, das uns an Höhlenmalerei erinnerte und landeten nach ein paar weiteren Schildern in einem Museum. Am Ende des Altafjordes wurden hier Malereien aus der Steinzeit gefunden, die bis vor kurzem noch von dem Wasser verdeckt waren. Da wir beide so etwas noch nie gesehen haben, entschlossen wir, diesen kulturellen Kurztrip mitzunehmen. Die Malereien zeigten Tiere wie Bären, Elche und Wale, Menschen und Boote, die schon den Wikingerbooten gleichkamen. Die Höhlenmalereien sollen 170.000 Jahre alt sein. Im wahrsten Sinne des Wortes war dieser Trip „kurz“, denn wir hatten noch eine ordentliche Etappe vor uns.
</p><figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_6a18a008a1bf4235a5fe84c239a4c189~mv2.jpg"></figure>
<figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_532a9f8e8e1744bfa8723ed702ebed9a~mv2.jpg"></figure>
<figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_6ee51ff721c44e8aa6fe93e29fda7101~mv2.jpg"></figure><p>Die Straßen wurden immer leerer, die Natur immer kahler, bergiger und rauer. Wir erreichten die Tundra. Um genauer zu sein: die subpolare Bergtundra. Wenn wir uns während der gesamten Reise immer wieder über Rentiere gefreut haben, erreichten wir hier das Rentierparadies. Die Herden waren einfach überall. Auf der Straße, in den Wäldern, an den Seen. Ganze Familien und von weiß bis dunkelgrau, mit und ohne Geweihe. Es war einfach beeindruckend. Der Norden hat uns mit all seinen wilden Seiten in einen Bann gezogen, aus dem wir nicht mehr herauswollten. Unser Aufstieg auf Rädern zum Nordkap begann.
</p><h3><strong>NORDKAP (Norwegen)</strong></h3><p>Nach einem 7.000 Meter langen Tunnel, der 200 Meter in die Tiefe ging und sich spürbar auf unser körperliches Wohlbefinden auswirkte, waren wir auf der kleinen Insel Margeroya angekommen. Wir fuhren eine steinige Felsküste entlang. Vor uns und am Horizont türmten sich massive dunkle Steilküsten. Die würden wir also auch noch hochfahren. Unsere Köpfe fühlte sich bereits jetzt wie Wackelpudding an. Eventuell war es der Breitengrad, die Nähe zum Nordpol, das ewige Hoch und Runter und Kurven fahren. Ein Glück fuhren wir die meiste Zeit mit anderen Rallyeteilnehmern in Kolonne und konnten uns so mental gegenseitig anschieben. Außerdem entschädigte die Natur mal wieder für alle Strapazen.
</p><figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_855fffa101fa44dc8b475e62eabcdfff~mv2.jpg/v1/fit/w_1000,h_1000,al_c,q_80/file.png"  ></figure>
<figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_bc8de7e2e9344bcba021b3f5fd9ed571~mv2.jpg/v1/fit/w_1000,h_1000,al_c,q_80/file.png"  ></figure><p>Wir bewunderten die Menschen, die an diesem wilden Ort der Erde ihr zu Hause haben. Es ist das ganze Jahr über kahl, windig und kalt. Und trotzdem wunderschön. Aber hier leben? Im Nichts? Im Sommer geht die Sonne drei Monate nicht unter. Im Winter geht sie drei Monate nicht auf. Es gibt keine Bäume oder Pflanzen. Lediglich die wilde und unberührte Fauna der Tundra, gelbes Dünengras und schroffe, kantige Felsen, die sich durch die unendlichen Weiten der Nordkapregion erstrecken. Je höher wir kamen, desto mehr verbreitete sich dieses bekannte Gefühl der Ehrfurcht wieder in uns aus. Die Szenerie kam einer Mondlandschaft gleich. Unberührt, einsam und endlos auf der einen Seite. Zur anderen Seite hatten wir einen einzigartigen Ausblick über die Täler und unsere bisherige Route, die sich in Serpentinen durch die Berge windete.</p><figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_7ead4d1009bf40bc8eb833a50f9b97e5~mv2.jpg/v1/fit/w_1000,h_1000,al_c,q_80/file.png"  ></figure><p>Mit etwa 30 km/h tuckerten wir mit 20 anderen Rallyeautos die kurvigen und steilen Straßen zum Nordkap hinauf. Auch wenn der ein oder andere eventuell schneller gewesen wäre, stand hier der Zusammenhalt ganz weit oben. Das Rallyegefühl ist wirklich nur schwer zu beschreiben. Wenn man in Mitten dieser vollgeklebten Autos die nördlichste Straße Europas hochfährt, in den Rückspiegel schaut und die glücklichen Gesichter in den Autos sieht, im Hintergrund eine Naturgewalt, die alle begeistert, hin zum gemeinsamen Ziel: Die Weltkugel am Nordkap. Das ist wirklich einmalig.</p>

<p>Anne: „Lass uns unsere Anzüge anziehen und an der Kugel ausziehen, nur Bikinis drunter. Das hat noch nie jemand gemacht“. Nach kurzen Zweifeln, aber mit der Wirkung des letzten Satzes, willigte Esther ein. Wie könnten wir auch besser unsere nordfriesischen Vorsätze und Bräuche beweisen, wenn wir uns nicht am windigsten und kältesten Ort der Erde einfach mal ausziehen würden.</p>

<p>Vor lauter Aufregung waren wir natürlich wieder hellwach, liefen zum Auto, zogen uns in der Eiseskälte um und machten uns auf den Weg zur Kugel. Wir fragten ein Rallyeteam, ob sie einfach mit der Kamera draufhalten könnten, denn es würde jetzt etwas passieren, aber wir sagten nicht was. Verdutzt willigten sie ein. Der Moment war gekommen. Zuerst posten wir in Army-Manier, bis wir uns das Zeichen gaben und unsere Anzüge auszogen. Hoch die Hände, kurz erfrieren, nett lächeln, und wieder runter gehüpft. Eine Mischung aus Lachen und Raunen ging durch die Menge. Zurück in den Anzügen wurde uns wonnig warm und wir verweilten noch einen Augenblick an der steilen Küste und philosophierten darüber, was ab hier noch nördlicher lag und wie wunderschön unsere Erde ist.</p>

<p>Uns war natürlich bewusst, dass wir mit dieser Aktion dem Rallyeaffen Zucker geben würden. Aber für uns war einfach nur wichtig, dass wir den Moment leben und etwas Verrücktes tun, das wir niemals vergessen würden. Und das ist passiert. Für uns! Und ein Foto für die Ewigkeit. Es war etwa 23 Uhr nachts, die Sonne stand immer noch direkt über uns. Dennoch war es dort oben so eisig kalt, dass wir uns in unsere Schlafsäcke hüllten und versuchten im Auto aufzuwärmen. Wir wussten nicht, wie und wo wir schlafen sollten. Das Wetter war so ungebändigt wild und der starke Wind lies das Auto hin und her wackeln. Wir waren ratlos. Das erste Mal auf der Rallye waren wir absolut ratlos. Wir fühlten uns beide nicht mehr fit genug, um den ganzen Weg herunter zu fahren. Dafür waren die Wetterverhältnisse und die Straßen zu extrem. Da es nicht ungemütlicher werden konnte, beschlossen wir dennoch ein paar Meter herunter zu fahren und einfach mal zu schauen. </p><blockquote>Wie sich herausstellte, war das die beste Entscheidung der gesamten Rallye.</blockquote><p>Nur eine Fahrtzeit von 3 Minuten führte uns an eine kleine Lichtung am Straßenrand. Hier stand das Team Longship, zwei Dänen mit einem Lada, die dafür bekannt waren, jede Nacht der Rallye komplett unter freiem Himmel zu schlafen. Wir sahen, wie sie ihr Schlaflager in der großen Senke neben der Straße aufbauten, machten eine Vollbremsung und fragten, ob wir uns dazu gesellen konnten. Natürlich!</p><figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_62e284763faa4667bcaf7e48339b512e~mv2.jpg/v1/fit/w_1000,h_1000,al_c,q_80/file.png"  ></figure>
<figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_8d10404345444d47b44bc3a6030e02b3~mv2.jpg/v1/fit/w_1000,h_1000,al_c,q_80/file.png"  ></figure><p>Wir nahmen unsere Schlafsäcke und legten uns einfach in das wilde Gras.</p>
<p>In der Senke war es absolut windstill und die Sonne hüllte unseren Schlafplatz die ganze Nacht in goldenes Licht. Wir schauten in die wilde Natur der Tundra und schliefen ein, während wir Rentierherden in den Bergen vor uns beobachteten.</p><blockquote>Es war der 21. Juni, Mittsommernacht. Wir schliefen unter freiem Himmel. Am Nordkap. Es war die schönste Nacht unseres Lebens und ein unvergessliches Erlebnis.</blockquote><p>Um 4 Uhr in der Früh machte Esther Kaffee, während Anne sich aus ihrem Schlafsack befreite. Die Nacht war zwar kurz, aber die Reise ist lang. Macht das Sinn? Hier hat nichts mehr viel Sinn gemacht, aber das gehört wohl auch zu einer Rallye dazu. Mit der Zeit wird alles relativ und man wird ein bisschen verrückt. Spontanität ist alles, was zählt. Das Leben, leben. Den Moment genießen. Dinge nehmen, wie sie kommen. Hier versteht man, was das bedeutet.
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<p>Unser heutiges Ziel war Finnland. Aber zuerst mussten wir diesen strapaziösen Weg voller Höhen und Tiefen, Serpentinen und Tunneln wieder hinter uns bringen. Wie schon des Öfteren erwähnt, entschädigte uns die Natur immer wieder, und in diesem Fall erfüllte sie sogar einen Lebenstraum von Anne. Wir waren bereits fast eins mit dem Meeresspiegel, zur Rechten erhob sich eine massive Felsmauer, zur Linken das wilde Polarmeer, als Anne eine Vollbremsung machte und so die Rallyeautos hinter uns ebenfalls zum Ausweichen und Bremsen brachte. Aus gutem Grund: Auf einem Felsen am Wasser thronte ein Seeadler. Wir sprangen raus und bewegten uns vorsichtig zur Küste. Es war ein Jungvogel, und dennoch immens groß, als er zum Flug ansetzte und die breiten Flügel auseinanderschlug. Verfolgt von Möwen, bahnte er sich seinen Flugweg durch die Lüfte und verschwand irgendwann. Danke Natur, dass du uns diesen Moment beschert hast. Wie viele Glücksmomente können wir eigentlich noch ertragen?</p>
<p>Kurz vor der Grenze zu Finnland holten wir unsere Lieblings-Boys ein, dass Garage Marienthal Team, und baten um Obhut, da das Wetter ab hier absolut nicht mehr zum Wildcampen einlud. Es regnete wie aus Eimern und sollte nicht mehr aufhören. Was tut man da? Richtig: Man gönnt sich eine typisch finnische Holzhütte mit Sauna mitten im Wald.
</p><h3><strong>FINNLAND</strong></h3><p>Kilometerlange einsame Straßen an deren Seiten sich endlose Nadelwälder reihten. Weit und breit keine Häuser und keine Menschenseele. Wir waren in Finnland, oder Lappi, Lappland Finnland. Die Fahrt durch das nasse Grau war ermüdend, und so hielten wir uns über Funk mit der Garage Marienthal bei Laune, indem wir uns Witze erzählten und so taten, als wüssten wir extrem viel über die Geschichte und Bevölkerung Finnlands.</p>
<p>Wir fuhren einmal quer durch das Land bis kurz vor den Grenzübergang nach Russland, Raja-Jooseppi. Den Schlüssel für die Hütte holten wir in einer nahegelegenen „Mall“ ab. Hier sahen wir auch wieder das erste Mal Menschen. Die meisten hatten typische Sami-Züge: dunkles Haar, mandelförmige Augen, markante Gesichtszüge, blasse Haut. Eine ganz besondere Exotik im hohen Norden.</p>
<p>Unsere Hütte lag mitten in einem versteckten Wald. Wir verliebten uns alle auf den ersten Blick. Komplett aus Holz, mit eigenem See und einer Veranda, von der aus man den kleinen See in dem verträumten, eingeregneten Wald betrachten konnte. Es gab zwei Saunen und einen Kamin. Diese Hütte im Wald von Finnland war der Inbegriff der unendlichen Gemütlichkeit. Und um ehrlich zu sein auch bitter nötig, nachdem wir die letzten drei Nächte in der arktischen Wildnis verbracht haben.</p><figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_63f12133802b4c5fb1126949b2aa5eba~mv2.jpg"></figure>
<figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_695bd094cb674989b91bddead4266638~mv2.jpg"></figure><p>Wir alle spürten die Strapazen der letzten Tage und waren sehr dankbar für dieses luxuriöse Spa-Gefühl. Wir nutzten die Zeit für Saunagänge, kühlten uns im eiskalten See ab, mixten Drinks und wärmten uns am Kamin. Die Nacht wurde ausgelassen und lang. Irgendwann saßen wir alle im Wohnzimmer und sangen verträumt und voller Emotionen „Wonderwall“ von Oasis. Ja, unendlich kitschig, aber auch unendlich schön. Wir dachten alle kurz darüber nach, die Rallye abzubrechen und einfach für immer hier zu bleiben.
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<p>Am nächsten Morgen sind wir alle mit einem Schrecken aufgewacht. Wir hatten bis elf Uhr geschlafen! Um elf Uhr sollten wir eigentlich auch schon die Unterkunft verlassen haben. Um elf Uhr wollten wir eigentlich auch schon an der Grenze zu Russland stehen, denn man warnte uns mehrfach vor der stundenlangen Wartezeit. Unsere Körper haben sich einfach die Erholung geholt, die sie brauchten. Man spürt es selbst kaum, da man durchgehend von Endorphinen und Adrenalin durchspült wird. Doch kam man zur Ruhe, merkte ein jeder, wie sehr einem die letzten Tage in den Knochen steckten.
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<p>Wir brachten den Schlüssel zurück in die einzige Mall im Umkreis von gefühlten 500 Kilometern und machten uns auf den Weg an die russische Grenze. Über eine Offroadpiste durch den Wald rollten unsere drei Autos durch den Sonnenschein von Finnland. Überall waren wieder Rentierfamilien, die besonders an den Wasserläufen verweilten und ein traumhaftes Bild entstehen ließen. Tatsächlich stieg die Nervosität bezüglich der russischen Grenze und einem so unbekannten Land, in dem wir noch nicht einmal die Sprache oder Schrift verstehen würden. Aber gerade das machte es auch so spannend.
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<p><strong>RUSSLAND</strong></p>
<p>Die Grenze. Wir machten uns auf mehrere Stunden Wartezeit gefasst, da man bei der Ein- und Ausreise nach Russland nicht nur sich selbst mit einem 130€ Visum über die Grenze bringen muss, sondern auch sein Auto gesondert importiert, und bei der Ausreise wieder exportiert. Entgegen vieler Gerüchte waren die Menschen an diesem Grenzübergang aber recht freundlich. Und da wir eh eine Affinität für den Army-Lifestyle haben, haben wir uns die Zeit mit dem Bestaunen der Uniformen und der autoritären Soldaten vertrieben. Nach gerade mal drei Stunden wurden uns dann unsere Papiere in die Hand gedrückt. Alle vor uns wurden von einem uniformierten Mann hinausbegleitet. Wir wurden einfach verabschiedet. Andere Rallyeteilnehmer, die das ebenfalls mitbekommen hatten, schauten uns genauso verdutzt und unsicher an, wie wir uns fühlten. Einer sagte mit einem Lachen: „Lauft!“. Wir haben ebenso gelacht und verließen das Gebäude. An unserem Auto wurden wir dann aber doch noch einmal gebeten, alle Türen zu öffnen, damit wir auch sicher nichts mit hereinschmuggelten. Ein Glück war Armadillo schon zu so einem fahrendem Chaos auf vier Rädern verkommen, dass die Grenzkontroll-Seniora gar keine Lust hatte, uns weiter zu durchsuchen.
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<p>Wir fuhren also hinein ins raue und unbekannte Russland. Navigation war hier nicht mehr nötig. Es gab nämlich nur eine einzige Straße, die nach Murmansk, unser nächstes Rallye-Ziel, führte. Kurz vor Murmansk hielten wir an einem kleinen Straßenstand, hinter dem zwei Babuschkas selbstgemachte russische Spezialitäten verkauften. Hier haben wir das erste Mal wieder „Leben“ nach der Grenze gesehen und ersehnten uns den ersten Kontakt mit der russischen Kultur, die uns gleich tausend Glücksgefühle bescherten. Die alten Damen waren zuckersüß und wollten, dass wir alles probieren. 
</p><blockquote>Was wir da genau aßen, wissen wir nicht mehr. Sie redeten ununterbrochen auf Russisch und wir versuchten uns irgendwie mit Händen und Füßen zu verständigen. Alle lachten und es war ein schönes „добро пожаловать“ (dobro pozhalovat) – „Willkommen“ in Russland.</blockquote>
<p>Nach der ersten schönen Berührung mit der russischen Kultur, folgte auch gleich eine, die uns immer noch das Blut im Körper gefrieren lässt. Wir fanden jemanden an einer Tankstelle, der minimal Englisch sprechen konnte. Diese Sprache existiert hier einfach nicht. Es war ein etwa Mitte 40-jähriger Mann mit einem kleinen Hund. Erst einmal vertrauenserweckend. Er fragte uns, ob wir Russland (oder Russen) mögen. Wir bejahten das selbstverständlich. Aber eigentlich haben wir ihn nur um Hilfe gebeten, um eine russische Sim Karte zu kaufen. Alles andere wäre immens teuer geworden. Er half uns. Allerdings versuchte er uns gleichzeitig mit seinem Sohn zu verkuppeln, rief ihn an, lies ihn kommen und wollte uns dann nicht wirklich gehen lassen. Wir verabschiedeten uns, indem wir versuchten zu erklären, dass wir noch nach St. Petersburg fahren müssten (Fahrtzeit ca. 24 Stunden). Er ließ uns zwar fahren, verfolgte uns aber mehrere Kilometer, bremste uns aus, versuchte uns von der Straße zu drängen, stieg an jeder Ampel aus und kam wieder an unser Auto. Anfänglich mussten wir noch über diese russische Ruppigkeit lächeln, aber nach mehreren Minuten wurde uns immer unwohler und wir versuchten ihm zu entkommen. Da den Russen Verkehrsregeln ziemlich egal sind, war das leider nicht so einfach. Ein Glück ist Anne eine begnadete Autofahrerin und wir schafften es irgendwann links abzubiegen und so kompliziert durch die Gassen zu fahren, dass er uns nicht mehr fand. Erleichterung und Herzklopfen. Für uns stand fest: Wir verlassen heute noch Murmansk!</p>
<figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_4453a52080ab410dbb1ad4d6493640e9~mv2.jpg/v1/fit/w_1000,h_1000,al_c,q_80/file.png"  ></figure><p>Es war schon abends, doch die Sonne ging auch hier nicht unter. Deswegen entschieden wir uns dafür, so lange wie möglich Richtung Süden zu fahren. Unser nächstes Ziel war St. Petersburg. Es führte genau eine große Straße von Murmansk nach St. Petersburg und wir haben es trotzdem geschafft, uns zu verfahren. Und zwar direkt in ein russisches Militärgebiet. 
Sackgasse. Erst standen nur zwei Soldaten vor uns. Doch beim Erklären, dass wir uns nur verfahren hätten, kamen immer mehr und mehr Soldaten aus der Kaserne und schauten uns unwirklich an. Möglicherweise lag es daran, dass wir uns an die russische Kultur anpassen wollten und beide komplett in Camouflage-Kleidung in unserem vollgeklebten Van saßen. Am Ende ging alles gut und die Jungs der Armee mussten sogar etwas schmunzeln.</p>
<p>Der Norden von Russland war genauso atemberaubend schön wie der Norden Norwegens. Wir fuhren die Berge hoch und runter, während sich am Horizont schneebedeckte Hügel reihten. Die Natur war so unberührt, mit der Ausnahme von einem gigantischen Kohlekraftwerk, das sich durch ein ganzes Tal zog. Wenn es einen Ort gäbe, an dem eine Zombieapokalypse ausbrechen könnte, dann ziemlich sicher hier. Auch für jegliche Art von Horrorfilmen bestens geeignet. Irgendwann war es 4 Uhr morgens. Die zehn Red-Bulls konnten uns auch nicht mehr weiterhelfen, unsere Äuglein offen zu halten. So beschlossen wir am Straßenrand hinter einem kleinen Steinhügel zu übernachten. Ja, eventuell riskant und ein bisschen unsicher. Aber irgendwie auch ein bisschen witzig.
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<p>Am nächsten Morgen konnten wir gleich die nächste Challenge aus dem Roadbook erledigen. Diese erforderte, eine Ziege an das Lenkrad deines Rallye-Gefährts zu setzen. Als wir durch ein kleines Dorf fuhren, sahen wir beide im Augenwinkel einen kleinen Weg und etwa 20 Ziegen. Mittendrin eine Babuschka, behangen mit Tüchern, die wilde Muster zierten. Vollbremsung und Rückwärtsgang. Die liebe Dame schaute uns äußerst befremdlich an und wir versuchten ihr wieder einmal mit Händen und Füßen zu erklären, dass wir gerne eine Ziege von ihr ausleihen würden. Dabei merkten wir, dass sie die kleine Herde mit großen und</p>

<p> kleinen Ziegen vollkommen im Griff hatte. Sie hörten aufs Wort! Als sie langsam merkte, dass wir nur zwei harmlose Blondinen aus Deutschland waren, die irgendwas Komisches mit diesem Auto und einer ihrer Ziegen vorhatten, musste sie mehr und mehr schmunzeln. So richtig wusste sie nicht, was wir vorhatten, doch sie hob eine kleine Ziege an und setzte sie uns in den Arm. Ab zum Auto, die Babuschka lachte, Foto gemacht, Ziege erlöst und herzlichst bedankt, fuhren wir weiter gen Süden. Immer noch auf derselben holprigen Straße, voller Schlaglöcher und Baustellen, auf der wir aus Murmansk heraus gefahren sind.
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<p>Je südlicher wir kamen, desto zivilisierter wurde es auch. Hier trauten wir uns auch mal wieder auf Seitenstraßen, um die Gegend zu erkunden. Kurz vor St. Petersburg fuhren wir in einen wunderschönen rosaroten Sonnenuntergang hinein, der eine imposante Kirche ins Abendlicht hüllte. Wir machten einen kleinen Spaziergang um die Kirche herum und s</p><figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_efe42accd0cc4c4f973a5038b67a6073~mv2.jpg/v1/fit/w_1000,h_1000,al_c,q_80/file.png"  ></figure><p>ahen uns den Friedhof an. Die Russen schmücken ihre Grabmäler mit vielen bunten, wenn auch unechten, Blumen, wodurch alles sehr lebhaft und munter wirkt. Diese kurzen Momente machten die Rallye immer wieder so kostbar.
</p><h3><strong>SANKT PETERSBURG (Russland)</strong></h3><p>Für St. Petersburg verabredeten wir uns wieder mit unserer zweiten Familie, die Garage Marienthal Männer. Im Konvoi fuhren wir das erste Mal seit Finnland wieder durch eine dunkle Nacht. St. Petersburg leuchtete uns mit tausenden Lichtern den Weg zu unserer Unterkunft direkt neben der Blutskirche. Jacob hatte uns eine Unterkunft für acht Personen organisiert, die zwar nicht zentraler hätte sein können, aber auch nicht viel kleiner. Man konnte sich zwischen den weinroten Vorhängen und goldenen Bilderrahmen gerade einmal im Kreis drehen. Dennoch waren wir froh, wieder unter vertrauten Menschen zu sein. Und um ganz ehrlich zu sein, genossen wir auch mal wieder diese laue Stadtluft im Sommer.
</p><figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_9aec7e4ac7914960931941a70a90071c~mv2.jpg/v1/fit/w_1000,h_1000,al_c,q_80/file.png"  ></figure><p>Es war zwei Uhr nachts und wir freuten uns auf den nächsten Tag - der einzige, in 16 Tagen, an dem wir kein Auto fahren würden. Wie schliefen natürlich wieder viel zu lange. Der Körper holt sich wohl das, was er braucht. Dennoch waren wir ganz versessen darauf, die Stadt von der Romanow-Zarenfamilie zu erkunden. Einer unserer Lieblingstrickfilme ist „Anastasia“. Die Geschichte des kleinen Mädchens, das als Waise aufwächst, und als junge Erwachsene ihre wahren Wurzeln findet, denn sie ist die Zarentochter der Romanows. Nun ja, eigentlich war das alles ganz anders, aber wir wollten den kleinen Prinzessinnentraum nicht aufgeben und stolzierten los. Entlang der großen Sehenswürdigkeiten und durch jeden zweiten Souvenirladen, fanden wir ein weiteres Rallyeteam, die so wie wir gerne eine Bootsfahrt durch die Grachten der Stadt machen wollten. Wir deckten uns mit den regionalen Biersorten ein, schließlich mussten wir heute kein Auto mehr fahren und wollten das in vollen Zügen genießen, und bestiegen ein Boot. Leider war die englischsprachige Tour gerade abgelegt. So saßen wir also ohne Bier, denn das war dort verboten, zwei Stunden auf einem Boot und lauschten einer angeregten russischen Dame aus veralteten Lautsprechern. Unter den wachsamen Augen eines etwa 17-jährigen selbsternannten Super Bosses, schafften wir es dennoch, unsere Biere während der Fahrt zu verköstigen. Sowieso fanden wir es seltsam, dass so etwas auch in Russland verboten sei. Wir dachten es wäre generell verboten nüchtern zu sein. Das wollen wir aber nicht allzu sehr vertiefen. Dennoch hatten wir viel Spaß!</p>

<p>Weiter auf den Wurzeln von unserer gemeinsamen Lieblingsprinzessin Anastasia und den Residenzen der Romanows bewegten wir uns zu einem der prunkvollsten Gebäude in St. Petersburg: dem Eremitage Palast an der Newa. Heute ist er eines der größten und bedeutendsten Kunstmuseen der Welt. Die Fassade strahlt in einem königlichen türkis, die weißen Säulen säumen sich einmal um das mächtige Gebäude und die Ornamente an den Fenstern und Verstrebungen glitzern im Sonnenlicht. Verträumt liefen wir über den großen Platz vor dem Palast und genossen die Wärme und den Anblick. Bis wir einen Verkleidungsstand vor dem Palast erblickten und ehe wir uns versahen, in prachtvolle royale Gewänder gekleidet wurden. Der Prinzessinnentraum wurde wahr. Es dauerte keine Sekunde, da waren wir beide eins mit unseren feudalen Kleidern und schreiteten elegant vor dem Palast auf und ab. Es dauerte nicht lange, bis uns die ersten Rallye-Freunde nach zweimaligem hinblicken und ungläubigen Reaktionen anlachten. Ein wundervoller Moment.
</p><figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_d0e3721266394885a6552fbe0a402063~mv2.jpg/v1/fit/w_1000,h_1000,al_c,q_80/file.png"  ></figure>
<figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_f552e06622ea4d6abe22bc55042ffbe0~mv2.jpg/v1/fit/w_1000,h_1000,al_c,q_80/file.png"  ></figure><p>Den Abend verbrachten wir mit anderen Rallyeteams bei traditionell russischem Essen. Wir verköstigten Soljanka, Pelmeni, Blini und zum Abschluss noch verschiedenste Kuchensorten. Abgerundet wurde der Schmaus selbstverständlich nach russischer Manier mit Wodka! Wir verbrachten den Abend noch in einer Karaoke Bar, in der sich etwa fünf weitere Teams trafen. Hier schlossen einige auch Freundschaft mit einem Russen, als dieser in einem Leopardenmantel voller Inbrunst „Du Hast“ von Rammstein ins Mikrofon lärmte.
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<p>Am nächsten Tag sollten wir Russland wieder verlassen. Wir verabschiedeten uns mit einer letzten Challenge aus dem Roadbook: Kaufe Kartoffeln am Straßenrand und bereite mit einer russischen Familie ein Essen vor, das ihr im Anschluss gemeinsam verspeist. Nichts leichter als das, wenn doch ein jeder Englisch spricht und man sich so gerne in fremde Küchen einlädt. Tatsächlich fanden wir kurz vor der Grenze Estlands einen einsamen Eimer voller Kartoffeln am Straßenrand. Wir hielten und suchten den Besitzer, um einige zu kaufen. Wieder begrüßte uns eine zuckersüße alte Babuschka, die regelrechte Romane auf Russisch herunterrasselte. Wir merkten aber, dass man sich mit Gestik und Mimik recht gut verständigen konnte. So versuchten wir ihr zu erklären, dass wir gerne mit ihr kochen würden. Ein bisschen verwirrt und durchgehend am Kichern, lud sie uns in ihr Haus, wo ihre Enkelkinder gerade über den Sommer zu Besuch waren. Dank moderner Medien konnten wir uns gegenseitig auch einige Dinge übersetzen, um wenigstens ein bisschen erklären zu können, warum wir so etwas Skurriles hier gerade taten. So fanden wir auch heraus, dass die Kartoffeln direkt vom Feld hinter dem Haus kamen und ihre 22-jährige Enkelin gerade geheiratet hatte. Die russische Familie war sehr gastfreundlich und liebevoll, ein einzigartiges Erlebnis und wir hatten unser Mittagessen im Bauch. Ab nach Estland!
</p><h3><strong>BALTISCHE STAATEN – ESTLAND</strong></h3><p>Moment. Nicht so schnell. Erstmal standen wir nämlich fünf Stunden vor der Grenze. Wir hatten schon zwei, drei Stunden einkalkuliert, aber nicht fünf! So machten wir uns daran, das Auto ein bisschen aufzuräumen und uns über Russen zu ärgern, die sich immer wieder vordrängelten. Wieder mussten wir nicht nur uns, sondern auch unser Auto exportieren. Ein Glück hatten die Grenzleute aber auch wieder keine Lust unser kleines Armadillo-Chaos zu durchsuchen. Dennoch kamen wir dadurch etwa 6 Stunden zu spät zu dem zweiten großen Treffen aller Baltic Sea Circle Rallye Fahrer in Raudzilla, was die Stimmung anfänglich schmälerte.</p>
<p>Raudzilla liegt in Mitten eines Waldes in der Nähe von Tallinn. Auf dem Gelände türmen sich mehrere große Tiki ähnliche Zelte. Eins für die Party, zwei für Saunen, eins für ein kuscheliges Feuer und ein halbes für den vom Feuer angetriebenen Hot Tub. Die hölzernen Zelte lagen an einem Fluss, der uns nach den Saunagängen ordentlich abkühlen sollte. Geschafft von der Fahrt und der zweiten Grenzerfahrung holten wir uns Drinks und tanzten erst einmal den Frust weg. Danach folgte eine endlose Aneinanderreihung von Saunagängen, Bachsprüngen und Hot Tub Einheiten bis sieben Uhr morgens.
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<p>Da unsere Nacht so lang wurde, waren wir auch mit die letzten, die das Gelände wieder verlassen. Mit einem leichten Kater, aber natürlich wieder vollkommen fahrtüchtig, machten wir uns auf den Weg in die kleine Stadt Tallinn. Die Stadtmauern von Tallinn erinnerten an das Mittelalter, so auch die kleinen verwinkelten Gassen, durch die wir über das Kopfsteinpflaster stolperten. Wir waren verzückt und wären gerne noch etwas geblieben. Doch die lange Nacht zollte ihren Tribut und wir mussten uns etwas sputen.</p>
<p>Die Challenge des heutigen Tages war das Finden eines Sees, in dem einst eine Gefängnisinsel lag. Der See befand sich an einem großen Sandsteinberg. Das Gestein in Weiß und Beige formte wunderschöne wellenartige Muster und der Sand war so hell, dass das Wasser türkisblau in der Sonne glitzerte. Die Reste des Gefängnisses ragten als dunkelgraue Mauern aus dem Wasser empor. Im Hintergrund lief entspannte Musik von der Beach Bar. Voller Euphorie sprangen wir in das kühle Nass und erfrischten uns im klaren kalten Wasser. Jetzt waren wir wieder wach und konnten uns auf unsere heutige Etappe nach Riga, der Hauptstadt von Lettland vorbereiten.</p>
<h3><strong>BALTISCHE STAATEN - LETTLAND UND LITAUEN</strong></h3><p>Die Natur veränderte sich nicht mehr allzu viel, und der Übergang der Grenzen war eigentlich nicht zu spüren. Im Sonnenuntergang fuhren wir durch Riga und suchten unsere heutige Unterkunft mit einem befreundeten Rallyeteam, mitten in der Altstadt. Überall in Riga konnte man die Liebe zum Rock‘n‘Roll hören, sehen und spüren. Diner, Retro Bars und Rockabilly Läden säumten sich durch die kleinen Gassen. Obwohl uns die letzte Nacht von Raudzilla noch in den Knochen lag, konnten wir nicht widerstehen das Nachtleben von Riga zu erkunden. Wir begannen bei einer Elvis Presley Memorial Live Band, gönnten uns ein paar Drinks und schwangen das Tanzbein. Der Abend endete in einem Club, in dem der DJ aussah wie Channing Tatum. Wir tanzten zu den rhythmischen Beats und begutachteten den kulturellen Unterschied der Nachtmenschen in den baltischen Staaten.
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<p>Auf dem Heimweg entlang großer Obelisken und prächtigen Kirchen genossen wir einen der schönsten Sonnenaufgänge, den wir beide jemals gesehen haben. Der gesamte Himmel hüllte sich in ein pinkes Farbenspiel und die sanfte Wolkendecke brach die Strahlen in weitere tausend Farbtöne. Es war unwirklich und einzigartig. Ab ins Bett - die letzten Kilometer warteten auf uns.</p>
<p>Unsere heutige Etappe führte uns in 16 Stunden durch vier Länder. Wir verließen Lettland und fuhren über die Grenze nach Litauen. Für die Challenge des Tages fuhren wir zu den sagenumwobenen Hills of Crosses, ein katholisch geprägter Wallfahrtsort nördlich von Šiauliai. Es ist ein Berg, der von tausenden unterschiedlichsten Kreuzen bestückt ist. Auch wir sollten die Ehre haben, unser eigenes Nordfriesenmädchen Kreuz zu platzieren, und so auch alle anderen 280 Teams der Rallye, seit neun Jahren. Unter der heißen Mittagssonne suchten wir uns ein kleines Plätzchen, auf dem sich bereits um die 4.523 Kreuze erheben.</p><figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_bbb2f2891abd4c39b3857218d8b84d77~mv2.jpg/v1/fit/w_1000,h_1000,al_c,q_80/file.png"  ></figure><p>Da uns die Natur im Innenland der baltischen Staaten langweilte, beschlossen wir kurzerhand die kurische Nehrung entlang zu fahren und einen Abstecher in die russische Oblast Kaliningrad zu machen. Wir vermissten das Meer und die überwältigende Natur aus Skandinavien und machten damit den größten Umweg, den man hätte machen können. Die Natur auf der kurischen Nehrung hielt, was wir uns erhofften. Die 98 Kilometer lange Halbinsel führte uns durch urwaldartige Wälder und entlang weiter Strände, die uns an unseren Heimatort Sylt erinnerten. Die Grenze war hier relativ harmlos und sogar die berühmten Füchse am Übergang haben sich kurz gezeigt.
</p><h3><strong>KALININGRAD (Russland)</strong></h3><p>Kaum ein weiteres Mal in Russland, überkam uns ein melancholisches Gefühl der Trauer. Wir spürten und wussten, dass wir schon nahezu am Ende unseres Abenteuers waren und wollten einfach nicht, dass es endete. Es hing wie dicke Wolken über uns und in Armadillo – diese einnehmende Trauer. Wir hatten bis zu diesem Zeitpunkt schon so viele unvergessliche Momente gesammelt, dass es uns schwer viel zu glauben, bald wieder im Alltag zu sein. Uns wurde bewusst, wie sehr uns die Rallye verändert hatte und wie viel sich in unserem Leben durch diese Erlebnisse verändern würde. Das Gefühl erdrückte uns beide so sehr, dass wir einfach das traurigste Lied unserer Playlists anmachten und ein paar Minuten die Tränen liefen lassen.</p>
<p>Unsere kleine Trauerfahrt wurde schnell unterbrochen, als wir mal wieder in ein militärisches Gebiet fuhren und ein weiteres Mal russische Soldaten vor uns standen. Dieser Moment hat uns so erheitert, dass die Kullertränen bald zu Tränen vor Lachen wurden.
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<p>Auf der Suche nach einem Schlafplatz für die Nacht, fanden wir einen kleinen Hafen mit Strand und Parkplatz, an dem wir kurz verweilten, um den Sonnenuntergang zu genießen. Bei knurrenden Mägen erblickten wir neben uns einen mexikanischen Food Truck, dessen Besitzer auch Russias Next Topmodel hätte sein können. Immerhin für diesen Anblick und unseren ersten und letzten mexikanischen Hot Dog in Russland hat sich Kaliningrad also irgendwie doch gelohnt. Da wir aber keinen geeigneten Wildcamping Spot fanden, und diese Art der Übernachtung in Russland auch nicht legal war, entschlossen wir uns, weiter nach Polen zu fahren. Es war schon Mitternacht und der Grenzübergang sollte ja bei so einer Tageszeit nur halb so schlimm sein. Dachten wir. Tatsächlich war diese Grenzerfahrung die Schlimmste von allen. Ganze vier Stunden verbrachten wir größtenteils stehend eingereiht mit vielen anderen Autos, allerdings keinem anderen Rallyeteam. Die Kontrolle von Russland nach Polen war die Strengste. Hier verzog die Beamtin keine Miene, als wir Armadillo öffneten. Sie durchsuchte alles. Auch das Dachzelt mussten wir öffnen. Wir waren müde und genervt und der Kummer über das baldige Ende war immer noch zu spüren.
</p><h3><strong>POLEN</strong></h3><p>In Polen suchten wir uns in völliger Dunkelheit einen Wildcamping Spot an einem See in der Nähe der Grenze. Wir waren völlig kaputt und fertig. Glücklicherweise parkte hier endlich mal wieder ein weiteres Rallyeteam und wir platzierten unser Gefährt gleich daneben. So fühlte es sich wenigstens ein bisschen „wie zu Hause“ an. Am Morgen verflog die melancholische Stimmung, als wir unsere tägliche Dusche in dem See neben unserem Schlafplatz nahmen. Ein paar polnische Familien taten uns gleich, neben uns ein paar Angler. Irgendwie idyllisch. Der letzte Rallyetag vor der Heimfahrt brach also an und wir fuhren an der Ostsee entlang Richtung Deutschland.
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<p>Wir nutzten die letzten Kilometer, um die übrigen Challenges aus dem Roadbook zu erledigen. Unter anderem suchten wir ein Pferd, das unser Auto ziehen konnte. Seltsamerweise waren die Wiesen und Felder absolut leer. Als wir die Hoffnung schon fast aufgaben, in Polen ein Pferd zu finden, fuhren wir an einem großen Hof vorbei, auf dem wir zwei Vierbeiner erblickten. Mit Händen und Füßen versuchten wir der Hofdame zu erklären, dass wir mal kurz ihr Pferd bräuchten, bis sie uns auf Deutsch antwortete, dass sie ihren Sohn holen würde. Ok, wir waren wirklich schon fast in Deutschland. Der junge Mann war echt belustigt über unser Vorhaben und staunte auch nicht schlecht, als wir mit Armadillo auf ihren Hof fuhren. Er holte ein kleines Pferd von der Koppel und stellte es vor unser Auto. Leine dran, Foto geschossen, lieb bedankt und noch einen Aufkleber von seiner eigenen Motorcross Werkstatt auf Armadillo platziert, fuhren wir zu unserem letzten Campingspot - ein Campingplatz, auf dem sich andere Rallyeteilnehmer trafen, um den letzten Abend gemeinsam zu verbringen.
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<p>Alle waren glücklich und traurig zugleich. Es war erleichternd zu wissen, dass sie unser Gefühl teilten und wir erzählten uns von den schönsten und aufregendsten Erlebnissen während der 16-tägigen Rallye um die Ostsee. Bei Kerzenschein und Abendessen ließen wir den Abend ausklingen.
</p><h3><strong>DEUTSCHLAND</strong></h3><p>Wir verließen Polen und rollten in unser Heimatland. Wir schwebten in einem Gefühl zwischen Wehmut und Vorfreude, so wollten wir doch einfach nicht wieder hier sein. Wir versuchten uns bei Laune zu halten und ein kleiner Teil in uns freute sich auch auf die Zieleinfahrt und darauf, Freunde und Familie wieder zu sehen.
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<p>Nach etwa sechs Stunden über deutsche Autobahnen bei elendigen 30 Grad (wir hatten vergessen, dass es in Deutschland im Sommer auch heiß werden konnte im Gegensatz zu unseren letzten 2 Wochen auf Tour!) fuhren wir in unsere Wahlheimat Hamburg ein. Wir sahen die Elbe, den Michel, wir waren wieder zu Hause. Irgendwie unwirklich schon wieder am Ziel angekommen zu sein. Dadurch, dass wir auf der Rallye so viele neue Eindrücke sammeln durften, vergingen die 16 Tage echt langsam und wir fühlten uns, als wären wir 16 Wochen auf Reisen gewesen. Aber wenn man dann wieder im Heimathafen einrollt, spürt man, dass es doch auch irgendwie viel zu schnell vorbei ging.
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<p>Das Adrenalin stieg an, als wir die ersten Leute vom Veranstalter am Parkplatz auf die Teams warten sahen. Wir rollten über die Ziellinie, hatten es geschafft. Als beste Freundinnen, als Frauenteam. Eben das geschafft, was uns viele nicht zugetraut hätten, sogar Familie und engste Freunde hatten ihre Zweifel. Aber wir hatten es geschafft und waren voller Endorphine, voller innerer Zufriedenheit, voller Stolz! 16 Tage zu zweit in einem Auto zu wohnen, nur mit dem nötigsten an Klamotten und Nahrungsmitteln. Bei 0 Grad sowie 30 Grad. Wir fielen uns einfach nur noch gegenseitig in die Arme. Lachten, weinten; das ganze Gefühlschaos auf einmal eben. 

Freunde empfingen uns mit Bier und Wein und wir erlebten den letzten Abend am Fischmarkt glückselig mit anderen Rallyeteams, die wie Familie für uns geworden waren. Wir jubelten und klatschten bei der Siegerehrung für die Teams, die auf das Treppchen steigen durften. Jedes Team hätte den Sieg verdient, denn am Ende sind wir alle Gewinner gewesen. Der Weg war das Ziel. Den Zusammenhalt und die Begeisterung für das größte Abenteuer überhaupt zu spüren.</p>
<p>Dieser Zusammenhalt ist einfach einzigartig und eben das verbindet alle rallyeverrückten Menschen. So richtig nachvollziehen kann man das erst dann, wenn man selbst eine Rallye bestreitet. Uns hatte das Fieber definitiv in seinen Bann gezogen und dies sollte nicht unsere erste und einzige Rallye bleiben. Um für uns persönlich und als Freundinnen einen gebührenden Abschied von den letzten 16 Tage zusammen auf Rallye durch den Norden Europas zu verabschieden, verfassten wir noch eine Flaschenpost über die Erlebnisse und Gefühle der letzten 16 Tage und warfen sie Arm in Arm in die Elbe.</p><figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_e00a7111a8c5491bb82ba998e9d5c803~mv2.jpg/v1/fit/w_1000,h_1000,al_c,q_80/file.png"  ></figure>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Hey Joe – Ein bisschen über mich und wie ich begann, meine eigene Welt zu erschaffen...]]></title><description><![CDATA[Salut, Hola, Moin. Ich bin Esther. In den sozialen Medien auch manchmal Joe. Hat sich zufälligerweise so aus meinem nordischen Nachnamen...]]></description><link>https://www.heyjoedesign.de/post/hey-joe-ein-bisschen-%C3%BCber-mich-und-wie-ich-begann-meine-eigene-welt-zu-erschaffen</link><guid isPermaLink="false">5ddaf8caa04ef400174244d2</guid><category><![CDATA[Mental Health]]></category><category><![CDATA[Vanlife]]></category><pubDate>Sun, 24 Nov 2019 21:40:26 GMT</pubDate><enclosure url="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_c27a5d75d8a64a2f86029595481692a9~mv2.jpg/v1/fit/w_1000,h_1000,al_c,q_80/file.png" length="0" type="image/png"/><dc:creator>Esther Jörgensen</dc:creator><content:encoded><![CDATA[<p>Salut, Hola, Moin. Ich bin Esther. In den sozialen Medien auch manchmal Joe. Hat sich zufälligerweise so aus meinem nordischen Nachnamen abgeleitet. Durch meine Liebe zur Musik und all den Liedern, in denen „Joe“ vorkommt, bin ich mit diesem Namen verschmolzen. Du kannst dir aber gerne aussuchen, wie du mich nennst. </p><figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_c27a5d75d8a64a2f86029595481692a9~mv2.jpg/v1/fit/w_1000,h_1000,al_c,q_80/file.png"  ></figure><p>„Hey Joe“ - was verbirgt sich dahinter? Das ist gar nicht so einfach in ein paar Worten zu beschreiben. Ich bin Art Directorin und Designerin, im Volksmund auch Grafikdesigner, obwohl das Wort Grafikdesign nicht alles abdeckt, was ich anbieten kann. Zum „einfachen“ Handwerk kommen nämlich noch so Dinge wie Konzeption, Markenstrategie, Aufbau... und so weiter. Ich liebe so etwas! Welten erschaffen! Marken zum Leben erwecken! Und hier ist auch schon der erste holprige Übergang zum nächsten Joe-Thema.</p>

<p>VANLIFE - Alles fing damit an, dass ich mit einer Freundin eine Charity-Rallye gefahren bin. Ich steh auf Abenteuer, Roadtrips und außergewöhnliche Dinge, gerne auch eben solche, die einem keiner zutraut. So zum Beispiel mit einem 20-Jahre alten Auto in 16 Tagen um die Ostsee zu fahren. Um das ganze Vorhaben ein bisschen mit Leben zu füllen, was sich aus der Begebenheit, dass zwei Blondinen eine männerdominierte Rallye fahren, einfach auch anbot, erstellte ich Logo, Webseite, Instagram Account, Facebook Account, produzierte Flyer, Sticker, Merchandise, Jutebeutel,... und so vieles mehr. Ich baute eine Welt. Und... sie kam an. Wir gewannen Fans mit unserer Art und natürlich auch durch unseren Van „Armadillo“ (die ganze Rallyegeschichte bekommt noch einen eigenen Blogbeitrag).</p><figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_94c42d02ffec465f93dbebfe2dcdb8ce~mv2.jpg/v1/fit/w_1000,h_1000,al_c,q_80/file.png"  ></figure><p>Armadillo ist ein T4, Baujahr ´93 in Olivgrün. Übersät von Stickern unserer Sponsoren, trägt er ein wundervolles, unendlich gemütliches Dachzelt und ist rudimentär aber gemütlich ausgebaut. Mit diesem Prachtstück möchte ich euch mit auf meine Reisen nehmen. Mein Ziel ist es, mit Armadillo die europäische Küste entlang zu reisen und von unterwegs aus zu arbeiten. </p>

<p>REISEN - sowieso meine größte Leidenschaft. Am liebsten als Roadtrip, da ich gerne viel entdecke und erlebe. Urlaub à la all inclusive ist nicht so meins. Viel schöner ist es, wenn man jeden Tag irgendwo aufwacht und noch nicht weiß, wo man an diesem Abend wieder einschläft oder was einen für Abenteuer und Herausforderungen begegnen... Gerade durch diese Erlebnisse ziehe ich so viel Kraft und Energie. Ich merke, wie ich an ihnen wachse und wichtige Dinge für mein Leben lerne. </p><figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_43423b7d0f5744b8992bd4e99266a2c2~mv2.jpg/v1/fit/w_1000,h_1000,al_c,q_80/file.png"  ></figure><p>Ich möchte dich in eine Welt voller Lebensfreude, Energie, Schönheit, Natur, Liebe und Inspiration mitnehmen. Ich möchte, dass all das, was ich tue, einen wenn auch noch so kleinen Sinn ergibt, für dich, für mich, für die Welt. Meiner Arbeit möchte ich nachhaltig und mit viel Leidenschaft nachgehen, meine Reisen sollen Menschen, wie dich erfreuen und inspirieren, ich möchte meine Erfahrungen mit euch teilen, mich austauschen, helfen, leben. </p>
<figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_f7bc13521dce4fb286bc3b6281e3ed52~mv2.jpg/v1/fit/w_1000,h_1000,al_c,q_80/file.png"  ></figure><p>So, jetzt weißt du, wie sich das ganze hier zusammensetzt und warum ich mir diese weißen Wörter ins Gesicht gemalt habe. Ich hoffe du hast Spaß, findest etwas, dass dich erfreut oder inspiriert. Wenn du magst, darfst du gerne mit mir in Kontakt treten. Auf einen Kaffee oder Vino, für einen Designjob, eine Kooperation oder weil du gerade irgendwo Hilfe brauchst und glaubst, ich könnte dir weiterhelfen. </p>

<p>Bis dahin, „take a walk on the wild side...“</p>
<p>
</p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Armadillo &#38; Joe - All about my Vanlife]]></title><description><![CDATA[Wie kam Armadillo auf seinen Namen? Wie kam ich zum Vanlife und was haben wir noch vor. Wer sind Miguel und Pistacchio? Und wer bin ich...]]></description><link>https://www.heyjoedesign.de/post/armadillo-joe-all-about-my-vanlife</link><guid isPermaLink="false">5ddaf8caa04ef400174244d1</guid><category><![CDATA[Vanlife]]></category><pubDate>Sun, 24 Nov 2019 21:40:26 GMT</pubDate><enclosure url="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_94c42d02ffec465f93dbebfe2dcdb8ce~mv2.jpg/v1/fit/w_1000,h_1000,al_c,q_80/file.png" length="0" type="image/png"/><dc:creator>Esther Jörgensen</dc:creator><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wie kam Armadillo auf seinen Namen? Wie kam ich zum Vanlife und was haben wir noch vor. </strong></p>
<p><strong>Wer sind Miguel und Pistacchio? Und wer bin ich und außerdem wie viele. ,Hier kommt die Auflösung und noch vieles mehr. </strong></p>
<h3><em>Armadillo  </em></h3><p>Armadillo ist ein olivgrüner VW T4 Bus, der seinen Namen aus einem meiner Liebelingsfilme bekommen hat. Na, wer weiß es? 1998, Bruce Willis rettet mal wieder die Welt und Aerosmith lässt Herzen schmelzen - ARMAGEDDON. Seit ich den Film das erste Mal gesehen habe, fange ich jedes einzelne Mal an den gleichen 239 Stellen an bitterlich zu weinen, und an den anderen 167 herzlich an zu lachen. Ich liebe diesen Film. Aber das nur nebenbei. Wieso wurde Armadillo nach den Bohrfahrzeugen auf dem Asteroiden benannt?</p><figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_94c42d02ffec465f93dbebfe2dcdb8ce~mv2.jpg/v1/fit/w_1000,h_1000,al_c,q_80/file.png"  ></figure><p>Alles begann damit, dass eine Freundin und ich die Baltic Sea Circle Rallye fahren wollten. Ein Punkt im Reglement besagt, dass du die Rallye mit einem mindestens 20 Jahre alten Auto fahren musst. Wir mussten uns also eines kaufen. Unsere Entscheidung traf auf einen Jeep Cherokee '89, mattschwarz und höher gelegt. Derbe geiles Teil. Aber auch derbe kaputt. 
Nur sechs Wochen vor der Rallye brach alles zusammen. Mit diesem Jeep würden wir niemals 8000 km um die Ostsee schaffen. Wir verkauften ihn und mussten uns schnellstens um eine Alternative kümmern. Und dann kam Armadillo. Er strahlte uns in seinem wunderschönen olivgrünen Mantel und hölzernen Innenleben auf einer Automobile-Seite an und ich verliebte mich prompt. Nach allen Rückschlägen und finanziellen Desaster schien Armadillo unsere kleine Rallye-Welt zu retten - <strong>deswegen ist er mein persönlicher Armadillo.</strong> </p><figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_4700dadc5d4246f1a9dd9e9d76230fbb~mv2.jpg/v1/fit/w_1000,h_1000,al_c,q_80/file.png"  ></figure><p>Ich bin dann diese Rallye gefahren. Habe die Vanlifeluft geschnuppert. Und will sie nie wieder ausatmen. Armadillo hat mich noch viel Kraft, im finanziellen und seelischen Sinne, gekostet. Aber es steckt so viel Herz und Liebe in ihm, dem Ausbau und in den Erinnerungen, dass ich mich so schnell nicht mehr trennen möchte. Und wir haben noch einiges miteinander vor. </p><figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_3378a21fd7fe474d9342391d932cb970~mv2.jpg/v1/fit/w_1000,h_1000,al_c,q_80/file.png"  ></figure><h3><em>Das Nomadenleben und ich</em></h3><p>Ich bin Art Direktorin und habe die letzten Jahre in den Agenturen Hamburgs verbracht. Dieser Alltagstrott ging mir gehörig auf den Senkel. Die gesellschaftliche Vorstellung von dem was du sein musst, wie du arbeiten musst, wie du dich verpflichten musst... passte nicht mehr zu meiner inneren Einstellung. </p>

<p>Ich liebe meinen Job wirklich! Design, Fotografie, Konzeption, Welten erschaffen, Marken formen, zum Leben erwecken. Das kann ich und möchte ich machen. Aber eben nicht mehr zu den gesellschaftlichen Bedingungen, nach denen ich jahrelang gelebt habe. Ich machs von unterwegs. Zwischen Bergen und Meer. Am See im Van oder im Café in der nächsten Stadt.</p>
<blockquote>Ich füttere meine Seele mit Natur, Abenteuer und Reisen und lasse die gewonnenen Kräfte, Ideen und Inspirationen in meine grafischen Arbeiten fließen. Ich lebe als freischaffende digitale Nomadin. </blockquote><p>Ein Traum wird wahr!</p>

<p>Was mir außerdem sehr wichtig in meinem Beruf ist - ich möchte für Kunden arbeiten, die nachhaltig und bewusst mit unserer Erde umgehen. Wenn die Erde nicht mehr atmet, atmen wir auch nicht mehr. Ich möchte jetzt keinen politisch korrekten Appell an euch richten. Ihr wisst, was ich meine. Und ich finde es wichtig, für mich, dass ich meinen Part für eine bessere Welt erfülle. </p><figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_3992b0a607d14f449faad115ea227ac5~mv2.jpg/v1/fit/w_1000,h_1000,al_c,q_80/file.png"  ></figure><h3><em>Summa Summarum </em></h3><p>Ich wollte nicht mehr sagen: "Ich würde so gerne... Das wäre so toll..." Und so weiter. Ich mache es jetzt. Vielleicht gehts schief, vielleicht gehts gut. Du weißt nie, was um die Ecke auf dich wartet. Du musst den Weg gehen und es erleben. </p>
<h3><em>Wer ist noch mit dabei?</em></h3><p>Irgendwie hat es sich so ergeben, dass einige Dinge in Armadillo ein eigenes Leben, beziehungsweise einen eigenen Namen bekommen haben. Inzwischen sind wir eine richtig kleine Familie. Miguel, Pistacchio, Armadillo, Sventlane und Joe. </p><figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_912080d64a174dedb65f5b9ce9da67bc~mv2.jpg/v1/fit/w_1000,h_1000,al_c,q_80/file.png"  ></figure>
<figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/98d3af_04187c7fb24148df9927aac46a4b86db~mv2.jpg/v1/fit/w_1000,h_1000,al_c,q_80/file.png"  ></figure><p>Miguel ist meine Monstera Pflanze, die immer als erstes auf den Camping Ground platziert wird. Sie ist nach ihrem Lieblingsgetränk San Miguel benannt und stand sogar schon am Nordkap. Pistacchio ist mein kleiner nickender Freund aus der Frontscheibe. Benannt durch seine prägnante Farbe nicken wir bei Roadtrips immer gemeinsam zu den Beats. Svetlana, liebevoll Sveti genannt ist mein Besen. Diesen habe ich an einem See in Schweden gefunden. Seither hält sie Armadillo sauber. </p>

<p>So, wer mich jetzt offiziell als verrückt erklären möchte, darf das mit gutem Gewissen tun. Normal wäre auch langweilig. </p>

<p>Habt ihr noch Fragen? Ich freue mich, wenn ihr mir sie stellt.. </p>





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